Das urbane Fahrradmagazin

Winter, Fahrrad, Kind und Kälte – Auf was Eltern jetzt achten müssen

„Kälte, Schnee, Matsch – da wird das Kind doch nur krank.“ Weit gefehlt! Bewegung an der kalten Luft stärkt das Immunsystem und Erkältungen bekommen Eltern wie Kinder durch Ansteckung - nicht durch Kälte. Speziell für Familien wird das Fahrrad immer mehr zum Ganzjahres-Fahrzeug. Doch was im Sommer so einfach ist, kann bei Schnee und Eis zur Herausforderungen werden. Der Pressedienst‐Fahrrad zeigt, worauf Eltern jetzt achten müssen.

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Der pressedienst‐fahrrad (PD-F) hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad(fahren) mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Bike Citizens finden das super und stützen sich in diesem Artikel auf Infos und Daten aus dem Hause PD-F.
Winterschlaf, nein: Mittagsschlaf! Gut eingepackt ist das im Fahrradanhänger ganz einfach © Croozer

Was müssen Eltern in der kalten Jahreszeit beachten damit sie den Nachwuchs mit dem Fahrrad plus Sozius oder Anhänger, bzw. mit dem Cargobike zur Kita bringen oder in die Schule begleiten können? Der Pressedienst-Fahrrad befragte Experten und Expertinnen für Familien- und Kindermobilität und verrät persönliche Insider-Tipps aus der eigenen, langjährigen Praxis.

Das Wichtigste kompakt:

  • Kinder langsam an frostige Bedingungen heranführen
  • Das Fahren bei Schnee und Nässe mit den Kindern üben
  • Für Sichtbarkeit sorgen
  • Passende Bekleidung und Schutzcover wählen
  • Zugmaschinen der Eltern winterfest machen
  • Spaß haben!

Spaß

Eltern müssen entscheiden, wann es allen Spaß macht, das Kind mit dem Fahrrad zu transportieren – sei es im Kinderanhänger, Kindersitz oder Cargobike. Das gilt auch für die Entscheidung, ob ältere Kinder bei schwieriger Witterung noch selbst fahren können. Bevor der Spaß am Radfahren verloren geht,  oder gar Angst ins Spiel kommt, das Rad lieber stehen lassen. Trotzdem sollte man das Radfahren mit Kindern bei winterlicher Witterung im Park oder zuhause üben.

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Sichtbarkeit, Sicherheit und Spaß sind “Pflicht” © Kay Tkatzik / pd-f.de


„Beim Radfahren auf Schnee und Eis müssen Kinder selbst Erfahrungen sammeln und eine Routine entwickeln, um sich bei winterlichen Bedingungen sicher fortzubewegen.“
Guido Meitler, Puky

Beleuchtung

Es ist wichtig, das Kind und das Fahrrad bzw. Laufrad  bei schlechten Lichtverhältnissen für andere Verkehrsteilnehmende und zu Fuß gehende Personen sichtbar zu machen. Alle Tipps rund ums Licht gibt’s übrigens im Bike Citizens 1×1 des Fahrrad-Lichts.

Kinder, und Kinderräder: Laufräder und Kinderräder bis 18 Zoll Reifengröße, da ist das Kind etwa fünf bis sechs Jahre alt, zählen offiziell nicht als Fahrräder. Das hat zur Folge, dass mit Kinderrädern nur auf dem Gehweg gefahren werden darf. Außerdem müssen die Räder nicht über Beleuchtung nach der StVZO verfügen. Was es unbedingt braucht: Reflektoren die nach allen Seiten strahlen und Licht an Front und Heck des Fahrrades. Helm, Kleidung und Rucksackt etc. können obendrein mit Reflektoren ausgestattet werden. Mehr hilft mehr!

Anhänger: Zwei weiße und zwei rote Reflektoren sowie eine rote Schlussleuchte am Hänger sind am Fahrradanhänger Pflicht in Deutschland. Gegebenenfalls nachrüsten!

Sozius/Kinderfahrradsitz: Reflektorsticker an der Rückseite des Kindersitzes anbringen für mehr Sichtbarkeit!

Cargobike Kabine / Anhänger: In der Kabine von Anhänger und Cargobike sorgen wiederaufladbare Lichterketten oder Campingleuchten für eine gemütliche, dezente Lichtstimmung – Vorteile: Die Eltern können ihr Kind besser sehen und der Nachwuchs sitzt nicht im Dunkeln und kann während der Fahrt ein Buch angucken. Obacht: Nicht blenden!

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Fährt man oft im dunkeln, ist ein aufladbares Licht im Anhänger ganz nützlich  © Croozer / pd-f

Wärme

Wenn Schnee, Eis und Minustemperaturen überhand nehmen, ist es ratsam, die Kleinen zu transportieren statt selbst fahren zu lassen. Kinder sitzen allerdings passiv im Anhänger, Cargobike oder Sozius.  Sie bewegen sich nicht. Warmes Einpacken ist Pflicht. Fußsack und zusätzliche Decke wärmen; das Regenverdeck ist besser zu schließen, das schützt vor kaltem Fahrtwind!
Wird das Kind am Sozius befördert ist eine letzte Wind- und Wasserfeste Schicht wichtig, die nicht flattert und dennoch alle Körperteile gut bedeckt – auch die Füße!

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Der Wichtelwarm schützt das Kind am ganzen Körper vor Wind, Regen und Kälte © Dilassi

Winterfeste Zugmaschine: Das Elternfahrrad

Reifen: Für Fahrräder gilt zwar keine Winterreifenpflicht wie für Autos, dennoch ist es ratsam, bei winterlichen Verhältnissen einen profilierteren Reifen zu nutzen.Bei vereisten Strecken ist der Griff zum Spike‐Reifen unvermeidlich – dieser ist im Gegensatz zum Auto erlaubt!

Reifendruck: Wer keinen speziellen Winterreifen hat oder zu faul für einen Austausch ist, der sollte den Luftdruck auf den Minimaldruck reduzieren. Dadurch wird die Auflagefläche des Profils vergrößert und die Traktion etwas verbessert. Deshalb nutzen manche Radfahrerinnen und Radfahrer auch gern ein  Mountainbike als Winterfahrrad. Auch für Spike‐Reifen gilt der Luftdrucktipp: Bei Maximaldruck rollen sie besser, bei Minimaldruck greifen mehr Spikes.

Bremsen: Nässe, Dreck und Schnee und Tauwasser beschleunigen den Verschleiß der Bremsen. Deshalb empfiehlt es sich, die Bremsfunktion stets im Blick zu behalten.

Matsch-Spritz-Schutz: Gegen aufwirbelnde Gischt und Matsch vom Hinterrad des elterlichen Fahrrades, bietet sich eine Schutzblechverlängerung an. So ist der Anhänger nicht komplett vollgespritzt und das Kind kann auch besser rausgucken.

Sattel: Winterlicher Alltagstipp: Den Sattel niedriger stellen, um schneller die Füße auf den Boden zu bekommen.

Fahrverhalten: Vereiste Stellen oder Schneeverwehungen stellen für Radfahrer im Winter eine Gefahrenquelle dar. Dann heißt es: Am besten nicht lenken oder bremsen, gelassen bleiben und das Rad ausrollen lassen. Am besten ist es , gerade wenn man Kinder dabei hat, vorausschauend fahren. Bei Schnee können rutschige Stellen auch schnell verdeckt sein. Ein Tipp: Wenn man den Sattel etwas tiefer stellt, kommt man im Notfall mit beiden Füßen besser auf den Boden. Das erhöht das Sicherheitsgefühl und erleichtert das Abfangen, wenn man doch einmal ins Schlingern gerät.

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Auch das Elternfahrzeug muss winterfest und das Fahrverhalten sicher sein © Kay Tkatzik / pd-f (Koga)

Cargobikes

Im urbanen Bereich setzt sich das Cargobike bei Familien als Transportmittel oder als “Zweitwagen” immer mehr durch. (Bike Citizens berichteten hier.) Die Kleinen können gut geschützt unter einer Plane sitzen und sind, anders als im Anhänger, im Blickfeld der Eltern. Cargobikes sind recht fahrstabil – im Winter ist aber auch die Reifenwahl entscheidend. Zum Beispiel beim Long‐John‐Cargobike kann ein Wegrutschen des Vorderrades bei winterlichen Bedingungen passieren. Bei Schnee und Eis sind darum Spike‐Reifen zu empfehlen. Wer mit elektrifizierten Cargobike-Varianten unterwegs ist, muss bei niedrigen Temperaturen die Akku-Leistung im Blick haben. Hilfreich sind spezielle Akku-Cover. Bleibt das Rad länger draußen stehen, immer den Akku abnehmen!

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Cargobikes ersetzen das Familienauto. Im Winter ist besonders auf den Akku zu achten!  Photo © Mathias Kutt  / pd-f (für Riese+Müller)

Schweinehund adé

Wenn die Ausrüstung passt und das Radfahren zur täglichen Routine wird, dann macht es auch der ganzen Familie Spaß – selbst im Winter bei nass-kalter Witterung.

Kindern ist es nämlich meistens nicht zu kalt, zu nass oder zu ungemütlich draussen. Je wilder und natürlicher – desto schöner das Abenteuer und bleibender die Erinnerung! Der innere Schweinehund sitzt uns Eltern im Nacken, und mit uns am Sofa. Aber wollen wir wirklich die Spaßbremse sein?

Apropos Spaß:  Bei der Winter Cycling Fun Challenge der Bike Citizens kann jetzt die ganze Familie testen, wie viel Polarfuchs in ihr steckt. Den verspielte Zugang zum Radfahren in der kalten Jahreszeit findet auch der Nachwuchs toll. Und so ein Fahrrad-Wettbewerb innerhalb der Familie ist doch super ansteckend! Wer ist Igel? Wer Eichhörnchen? Und wer mimt den Polarfuchs?

Quelle: pd-f / pressedienst-fahrrad

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Der pressedienst‐fahrrad (PD-F) hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem guten Fahrrad(fahren) mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Bike Citizens finden das super und stützen sich in diesem Artikel auf Infos und Daten aus dem Hause PD-F.

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