Das urbane Fahrradmagazin

Ein kultiges Wochenende mit Wiener Fahrradschau-Premiere

Am kommenden Wochenende, den 21. bis 23. Oktober, findet die erste Wiener Fahrradschau zeitgleich mit dem traditionellen Radkult-Festival statt. Ein wichtiges Wochenende, bei dem Personen aus den unterschiedlichsten Fahrradszenen vertreten sein werden.

Barbara Ottawa quer
Barbara Ottawa ist freischaffende Journalistin in Wien. Vorwiegend schreibt sie über Finanzen, ihre Leidenschaft gilt aber dem Radfahren und auch der Berichterstattung über diesen Lebensstil – u.a. im Radlobby-Magazin “Drahtesel” oder auf ihrem Blog viennabeo.net.

Wenn man in Wien auf zwei Rädern unterwegs ist, hat man das kommende Wochenende schon lange im Kalender vermerkt: In der ehemaligen Rinderhalle, im Stadtteil St. Marx, im dritten Wiener Gemeindebezirk, trifft ab Freitag das bereits zum fünften Mal stattfindende „Radkult-Festival“ auf die erste „Wiener Fahrradschau“ (WFS). Es ist die erste großangelegte Ausstellung rund um das Thema Fahrrad in der Bundeshauptstadt Wien.

Schon im Vorfeld sind die Veranstaltungen quasi omnipräsent: Die Sticker an den Fahrradbügeln und die Werbung in allen – auch sonst wenig velophilen Medien – sind unübersehbar. Wenn man sich unter diversen Radfahrenden umhört so hat eigentlich jeder und jede einen Anknüpfungspunkt mit dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.

Wie auch bei der „Berliner Fahrradschau“, nach deren Vorbild die WFS gestaltet wurde, ist der Ausstellungsteil nur ein Mosaikstein an dem Wochenende, in dem es praktisch ausschließlich um das Fahrrad und dem damit einhergehenden Lebensgefühl geht.

Die Wiener Fahrradschau ist ganz anders als Festivals oder normale Messen. Sie ist ein Erlebnis rund ums Thema Fahrrad,“ sagte Fares Gabriel Hadid, Erfinder der Berliner und der Wiener Fahrradschau, vor Kurzem im Interview mit dem Blog auf tweedride.at. Er freue sich darauf die ganzen verschiedenen Fahrradszenen in Wien „bald endlich in Aktion und Interaktion zu erleben“.

Der begeisterte Rennradfahrer Hadid ist sich völlig bewusst, dass nicht alle Menschen, die sich auf zwei Rädernfortbewegen, einer homogenen Gruppe zuzuordnen sind. Deshalb auch das übergeordnete Motto der Fahrradschau #cyclingunites.

Begegnungen verschiedenster Art unter einem Dach

Schon in den vergangenen Jahren hat das „Radkult-Festival“ vor allem mit Filmvorführungen und Partys verschiedene Personen derFahrradszene in Wien zusammengebracht. Egal ob Alltagsradlerin, politisch aktiver Pedalritter, Fahrradbotin oder begeisterter Stahlrahmensammler – sie alle (über)füllten entweder das Schikaneder-Kino mit knapp 90 Sitzplätzen oder in den vergangenen zwei Jahren sogar das Gartenbau-Kino mit über 700 Sitzplätzen.

In der „Marx Halle“ wird es nun auf den knapp 20.000m2 ausreichend Raum für „Begegnungszonen“ zwischen den verschiedenen Interessensgruppen geben. Neben der Ausstellungszone, für die Eintrittskarten verkauft werden, gibt es natürlich auch Kulinarik und Getränke, sowie ein Rahmenprogramm mit diversen Gratis-Events.

Für viele Radfahrende wird es wahrscheinlich das erste Mal sein, dass sie ein Bikepolo-Turnier hautnah miterleben werden und die Sportart sogar selbst ausprobieren können (Und das sogar wettergeschützt).

Ähnliches gilt für die Goldsprint-Challenge, also dem Wettstrampeln auf fix montierten Rädern, oder ein ebenfalls für alle offenes AlleyCat, einer traditionellen Schnitzeljagd aus der Botenszene. Mit diesen Veranstaltungen möchte der Fahrradbotenverein MFG das nächste Fahrrad-Großevent, die Europäische Fahrradbotenmeisterschaft ECMC 2017 in Wien, bewerben. Vielleicht kann auch hier eine Zusammenführung der „Fahrradkulturen“ helfen, ein breiteres Publikum für szenen-spezifische Events, wie eine Botenmeisterschaft, zu begeistern.

Die Besucher können auch eine BMX Jam-Session mitverfolgen oder einen Pumptrack-Contest (also Fahren auf einem unebenen Kurs), können Slow Biking ausprobieren oder in einem Cross-Bike-Rennen mitmachen und noch viel, viel mehr.

Bunte Vielfalt auf zwei Rädern

Innerhalb der Ausstellungsfläche der WFS stellt die Angebotsvielfalt ebenfalls einen Querschnitt durch diverse Fahrrad-(Sub)-Kulturen dar: Vom Maßrahmenbauer, zum Hersteller von Urban Cycling Outfits. Von alten Stahlrahmen bis zu modernsten technischen Neuerungen. Workshops und Vorträge runden das Programm noch weiter ab.

Für alle fahrradaffinen wird es wahrscheinlich ein positiv anstrengendes Wochenende, denn beispielsweise am Samstag, wenn die WFS um 19 Uhr ihre Pforten schließt, fängt die „Lange Nacht des Fahrrads“ gerade erst an.

Eine möglichst bunte Mischung an Besuchern wird sich auch durch diverse regelmäßige Radfahrevents ergeben, die diesmal ebenfalls in das Rahmenprogramm der WFS eingebunden wurden: Sei es die szenenübergreifende Critical Mass, die am Freitag ihren Endpunkt in St. Marx haben wird, oder der Vienna Tweed Ride, der am Sonntag ebenfalls zur WFS fährt.

So ziehen die Personen aus den verschiedenen Fahrradsubkulturen in Wien und von außerhalb in den kommenden Tagen konzentrische Kreise um die WFS und das „Radkult-Festival“. Eines steht schon jetzt fest: So viele Fahrräder wie am kommenden Wochenende hat der Stadtteil St. Marx noch nie gesehen.

Barbara Ottawa quer
Barbara Ottawa ist freischaffende Journalistin in Wien. Vorwiegend schreibt sie über Finanzen, ihre Leidenschaft gilt aber dem Radfahren und auch der Berichterstattung über diesen Lebensstil – u.a. im Radlobby-Magazin “Drahtesel” oder auf ihrem Blog viennabeo.net.

Kommentar schreiben

Interessiert dich das Magazin?
Jetzt schmökern