Das urbane Fahrradmagazin

VeloBerlin bringt frischen Wind in die deutsche Hauptstadt

Vom 16. bis 17. April 2016 lockte die VeloBerlin rund 15.000 fahrradbegeisterte Besucher in die Hallen der Berliner Messe. In dieser Form gibt es die VeloBerlin schon seit 6 Jahren und zählt deutschlandweit zur bedeutendsten Verbrauchermesse im Fahrradbereich. Zu sehen und zum Ausprobieren gab es Einiges.

Kerstin Oschabnig_square
2015 und 2016 leitete Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.
Foto © Velokonzept

Der ansteigende Besucherzulauf spiegelt viel mehr wieder, als das einfache Interesse am Radfahren: Die deutsche Hauptstadt bereitet sich auf ein Zukunftsmodell vor, bei dem das Fahrrad eine wesentliche Rolle in der Stadt haben soll. So hat der Berliner Senat die Fahrradmesse, die übrigens unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters stand, genutzt, um seine geplante Strategie zum Thema „Fahrradparken“ vorzustellen. Da das Land jedoch nur 4€ pro Kopf für den Radverkehr ausgibt (in Kopenhagen sind es im Vergleich über 20€ pro Kopf), standen gleich ein paar Meter weiter einige Akteure vom Volksentscheid Fahrrad. Sie haben in den vergangen Monaten einen Zehn-Punkte-Plan ausgearbeitet, der Mitte März dem Senat vorgelegt wurde. Nun geht es ans Unterschriften sammeln – und wo geht das besser, als auf einer Fahrradmesse?

Bürgerpartizipation ist gefragt

Nicht nur beim Volksentscheid Fahrrad ging es darum, sich in aktuelle Themen einzubringen. Der Berliner Verein Rückenwind ging mit gutem Beispiel voran und zeigte, wie man Flüchtlingen den Alltag erleichtern kann, indem man ihnen mit einem Fahrrad ein Stück Selbstständigkeit gibt. Sie sammeln alte Fahrradleichen, die sie dann gemeinsam mit geflüchteten Menschen in ihrer Werkstatt im Sharehaus „Refugio“ reparieren. Nach Fertigstellung gehört das Fahrrad dann natürlich den Personen, die daran gebastelt haben. Für ihr Projekt wurden sie mit dem FahrRadStadt-Preis ausgezeichnet. Ähnlich funktioniert das Hilfsprojekt BIKEYGEES. Dort können geflüchtete Frauen Fahrradkurse in arabisch, deutsch und englisch besuchen und, ähnlich wie bei Rückenwind– Fahrräder für den Alltag bekommen.

Aufregende Testparkours

Trotz der etwas „ernsteren“ Themen, ging es in erster Linie um die Freude und Vielfalt am Radfahren. An jedem Stand gab es die Möglichkeit, die neuesten Fahrradmodelle zu testen. Eine große Teststrecke im Außenbereich lud dazu ein, die Räder ausgiebigen Tests zu unterziehen. Auch wenn der Regen den Besuchern nicht ganz verschont geblieben war.

Dem Regen entgehen konnte, wer sich im Innenbereich für das Testen von Lastenrädern interessierte. So manch ein Aussteller hatte auch besondere „Zuckerl“ für seine Besucher, so hieß es „in die Pedale treten“ beim VeloDuell von Schindelhauer, Brompton veranstaltete einen Faltrad-Kontest und Bike Citizens verzauberte die Besucher durch Live-Painting der Künstlerin Julia Pagitsch.

 

 

Kerstin Oschabnig_square
2015 und 2016 leitete Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.

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