Das urbane Fahrradmagazin

Urbane Mobilität – Die Bedeutung des Fahrrads für lifestyleorientierte Pendler

Die Gründe dafür, dass viele Städter aufs Rad und in die Pedalen steigen und urbane Mobilität inzwischen oftmals mit Fahrradmobilität gleichgesetzt wird, sind vielfältig. Dass das Rad für den urbanen Bürger inzwischen zum Statussymbol geworden ist, ist einer von ihnen.

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Fotos: Bike Citizens

Die schnellere, angenehmere und gesündere Fortbewegungsart

Dass man in der Stadt mit dem Rad deutlich schneller unterwegs ist, ist kein Geheimnis. Zwar gebieten rote Ampeln in den meisten Fällen auch Bikern Einhalt, aber abgesehen davon kann man auf dem wendigen Transportmittel nicht selten einen Bogen um die innerstädtischen Staus machen. Pedal-Pendler wissen es aber nicht nur zu schätzen, dass sie Autoschlangen einfach links liegen lassen oder Wege befahren können, die für große Fahrzeuge unzugänglich sind. Wichtig ist ihnen auch die Freiheit, in der Frage der Mobilität weitgehend über den eigenen Tagesablauf bestimmen zu können und nicht gezwungen zu sein, früher loszufahren, um einem Stau zu entgehen oder die Chance auf einen Parkplatz zu wahren.

Die Unabhängigkeit von festen Abfahrtzeiten und -orten stellt auch den entscheidenden Vorteil des Bikes gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln dar. Zwar ist es wenig sinnvoll, einer Konkurrenz zwischen dem ÖPNV und dem Radfahren das Wort reden zu wollen, doch bleibt festzuhalten: Fahrradpendler sorgen mit ihrer schnelleren und angenehmeren Fortbewegungsart ganz nebenbei auch für ihre Fitness und ihre Gesundheit, indem sie Übergewicht, Bluthochdruck, Herzleiden oder Diabetes durch die sportliche Betätigung vorbeugen. Dieser zusätzliche, positive Effekt ist für viele sicher ebenso von Bedeutung wie die Tatsache, dass sie durch den Verzicht auf die Nutzung eines CO2-Produzenten zum Wohlergehen ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Mitmenschen beitragen.

Abenteuerreise – Den Zufall herausfordern

Das Bike gibt Fahrradpendlern die Möglichkeit, über die Strecke, die sie bis zu ihrem Ziel zurücklegen, selbst zu bestimmen. Denn auch der Weg zur Arbeit kann immer wieder neu entdeckt werden. Menschen, die Fahrrad fahren und das Fahrradfahren lieben, müssen nicht erst von der Verkehrslage oder von einer unpassierbaren Baustelle zur Nutzung anderer Wege gezwungen werden. Sie sind ohnehin auf der Suche nach Abwechslung und geben plötzlichen Impulsen nach, die sie eine andere Abbiegung nehmen lassen. Freilich kann, wenn Radfahrer aus der fremden Umgebung nur schwer wieder in altbekannte Gefilde zurückfinden, die Abbiegung zu einem zeitintensiven Abenteuer führen. In jedem Fall aber lernen Pendler nicht nur mögliche neue Routen, sondern auch neue Orte kennen, an denen künftige Arbeitswege vorbeiführen oder die die Freizeitgestaltung oder den Speiseplan beeinflussen können. Irgendwann hat man einen beträchtlichen Wegschatz und es befinden sich dann so viele Routen im Repertoire, dass ein eigenes Ranking der schnellsten, schönsten und aufregendsten Wege feststeht.

Das neue Statussymbol

Für die Großstadt-Pendler ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel, auf das sie (sich) tagtäglich setzen. Es steht für Schnelligkeit, Unabhängigkeit und Flexibilität im Stadtverkehr, ist umweltfreundlich und bietet die Möglichkeit, sich fit und gesund zu halten. Das sind bedeutende Werte und Funktionen, die das Fahrrad verkörpert und vereint und die anderen Verkehrsmitteln nur in geringerem Maße oder gar nicht zugesprochen werden können.

Dass das Fahrrad in Pendler-Kreisen den Rang als Statussymbol errungen hat, ist nicht allein auf den größeren Stellenwert des Bikes im Leben der Städter zurückzuführen. Auch die gesteigerte Individualisierbarkeit der Räder spielt eine entscheidende Rolle. Die Zeiten, in denen nur nach Herren- und Damenrad unterschieden wurde, sind längst vorüber. Inzwischen gibt es eine wahre Flut an Modellen und Ausführungen, an Ausstattungsextras und an Ausrüstung. Dank dieses vervielfachten Angebots ist es nun auch das Rad, das den ureigenen Ansprüchen entsprechend ausgewählt und ausgestattet sowie gehegt und gepflegt werden kann und das neben dem Bike-Besitzer auch dessen Lebensstil und Lebensgefühl transportieren soll.

Fotos: Bike Citizens

Ob ein herrlich nostalgisches Vintage-Hollandrad für aufrechte Rad-Romantiker oder ein tiefergelegter Cruiser mit geschwungener Rahmenform und dicken Ballon-Schlappen für das Dahingleiten gechillter Typen – für jeden Geschmack und jeden Charakter ist der passende Untersatz dabei. Der Trend zum Radeln schlägt sich indes in einem neuen, zielgruppengerechteren Namen des Citybikes nieder, das außerdem eine Metamorphose durchlaufen hat und speziell auf die Bedürfnisse der neuen Pendlergenration der Großstädte abgestimmt ist.

Die auf urbane Mobilität ausgerichteten Urban-Bikes beweisen nicht nur absolute Tauglichkeit bei allen Tageszeiten, Witterungsverhältnissen und Bodenbeschaffenheiten. Sie krönen ihre Funktionalität auch mit puristisch-elegantem Design, das den Nerv der Pendler trifft. Es ist nicht mehr nötig, zunächst auf schmutzabweisende Funktionskleidung zu setzen und den Anzug erst im Büro anzuziehen. Das Rad schützt nicht nur die Kleidung, sondern passt obendrein perfekt zum edlen Geschäftsoutfit. Doch nicht nur beim Business-Biking zum Job, sondern auch zum Casual Look macht das urbane Bike eine gute Figur. Es ist viel zu kostbar, um wie unzählige seiner weniger ausgesuchten Vorgänger im nicht überdachten Hinterhof vor sich hin zu rosten. Stattdessen findet es seine „Garage“ zunehmend in der Wohnung, in deren Style es sich perfekt einfügt. Somit eignet sich das neue Statussymbol – zusätzlich zu seinen anderen Vorteilen – auch als Deko-Highlight und ist schließlich aus keinem Lebensbereich eines großstädtischen Fahrradpendlers mehr wegzudenken.

Über die Autorin:

D. Böhm hat Germanistik und Theater- und Medienwissenschaft studiert. Sie gehört nicht zu denen, dies sich tagtäglich mit dem Rad durch die Stadt schlagen, sondern würde sich eher als städtische Genussradlerin bezeichnen.

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