Das urbane Fahrradmagazin

Tipps fürs Radfahren mit Hunden

Ob für die Mobilität in der Stadt, zum Fithalten oder für Ausflüge, der Trend zum Radfahren ist ungebrochen. Auch mit Hund kann Radeln viel Spaß machen, wenn man ein paar Dinge beherzigt.

Barbara_Sowa
Im „Ruhrpott“ aufgewachsen, lebe und arbeite ich seit vielen Jahren als Journalistin, Übersetzerin und vereidigte Dolmetscherin für Englisch im Rhein-Main-Gebiet. Ich nutze das Rad sowohl als Transportmittel im städtischen Alltag als auch für schöne ausgiebige Touren am Wochenende. Das bedeutet für mich Unabhängigkeit, Bewegung und den Genuss, Landschaften zu „erfahren“.
Foto © Barbara Sowa

Um Knochen und Gelenke nicht zu schädigen, sollten Hunde frühestens am Fahrrad mitlaufen, wenn sie ausgewachsen sind – je nach Rasse etwa nach ein bis zwei Jahren (Check beim Tierarzt).

Nutzen Sie diese Zeit, um mit Ihrem Vierbeiner ein eingespieltes Team zu werden. Erst wenn der Hund Basics wie das Bei-Fuß-Gehen an einer mindestens drei Meter langen Leine, den „Stopp“- und „Weiter“-Befehl gut beherrscht, können Sie daran denken, ihn mit dem Fahrrad vertraut zu machen.
Am besten erst mal zu Fuß, damit er sich langsam an das neben ihm rollende Fahrrad gewöhnen kann. So beugen Sie gefährlichen Angstreaktionen wie seitlichem Ausweichen, Vorwärtsziehen oder einem plötzlichen Seitenwechsel hinter dem Fahrrad vor. Praktisch für längere Touren und ältere Tiere sind Fahrradanhänger und spezielle Körbe am Lenker (nur für kleine bis mittelgroße Hunde). Gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner am besten gleich daran, so kann er später auch unterwegs ausruhen, ohne dass Sie selbst pausieren müssen und das Radfahren mit Hunden wird zum Vergnügen.

Erst wenn die “Trockenübungen” gut laufen, geht’s schließlich auf Radtour

Aber bitte langsam! Steigern Sie Streckenlänge und Tempo schrittweise und achten Sie auf etwaige Stress-Symptome wie Gähnen, Züngeln, Blinzeln oder Pföteln. Der Hund sollte bestenfalls traben und nicht permanent galoppieren. Seine Tagesverfassung ist letztlich ausschlaggebend für Strecke und Tempo. Kurzbeinige, schwere Hunde und Hunde mit Atemproblemen sollte man nur für Kurzstrecken in langsamem Tempo einplanen.

Schauen Sie auch, wie es Ihrem Begleiter im Anhänger oder Fahrradkorb geht – auch Tiere können “reisekrank” werden. Meinem Foxterrier z.B. ist bei der ersten Testfahrt im Lenkerkorb “hundeübel” geworden. Inzwischen genießt er es, und nutzt die Zeit dort auch gern mal, um mit Streicheleinheiten verwöhnt zu werden.

Hund im Fahrradkorb_Radfahren mit Hunden

Foto © Barbara Sowa

Wenn das Zusammenspiel von Mensch und Hund gut funktioniert, kann letzterer in geeignetem Gelände (wo erlaubt) auch ohne Leine mitlaufen. Wie aber sieht es mit der Balance von Spaß, Sicherheit und artspezifischen Bedürfnissen beim Radfahren mit Hunden in der Stadt oder in leinenpflichtigen Gebieten aus?

Ist Radfahren mit Hunden an der Leine aus Expertensicht überhaupt empfehlenswert?

“Vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen, ist das eine großartige Beschäftigung, bei der das gemeinsame Erleben im Fokus steht,” meint Bianca Wellbrock, Hundetrainerin von der Hundeschule Gespürnase in Hamburg. Will man den Hund in der Stadt mitnehmen , solle er unbedingt an der verkehrsabgewandten Seite vom Radweg oder falls nicht vorhanden, in verkehrsberuhigten Zonen geführt werden.
Entscheidend sei auch das Equipment. Sie empfiehlt ein gut gepolstertes Brustgeschirr (nie ein Halsband), eine zwei bis fünf Meter lange Leine (wegen der großen Unfallgefahr keine Flexileine) und eventuell noch einen “Springer” fürs Rad, mit der die Hände des Fahrradfahrers frei bleiben. Das ist eine Halterung, die am Fahrradrahmen befestigt wird und mögliches ruckartiges Ziehen des Hundes ausgleicht.

“Aus der Sicht des Hundes ist wichtig, dass er gesund ist, die körperlichen- und die Umgebungsbedingungen stimmen”, so Wellbrock . Letzteres bedeutet aus Sicht der Expertin: Keine Asphaltstraßen ab 15° C Außentemperatur, im Sommer nur morgens und abends fahren. Ebenso wichtig ist, genug Wasser mitzunehmen und Action- mit Ruhephasen abzuwechseln. Dazu der Wohlfühltipp der Hundetrainerin: “Massieren Sie Ihren Hund in einer solchen Ruhephase, können Sie seinem Muskelkater vorbeugen”

In diesem Sinne viel Spaß und spannende Erfahrungen mit Ihren Begleitern beim Radln!

 

 

Barbara_Sowa
Im „Ruhrpott“ aufgewachsen, lebe und arbeite ich seit vielen Jahren als Journalistin, Übersetzerin und vereidigte Dolmetscherin für Englisch im Rhein-Main-Gebiet. Ich nutze das Rad sowohl als Transportmittel im städtischen Alltag als auch für schöne ausgiebige Touren am Wochenende. Das bedeutet für mich Unabhängigkeit, Bewegung und den Genuss, Landschaften zu „erfahren“.

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