Das urbane Fahrradmagazin

7 Dinge, die deinen Lebensraum positiv verändern werden

Was das Leben in der Stadt lebenswerter machen kann? Radfahren natürlich! Aber nicht nur – Lebensfreude entsteht oft durch die kleinen Dinge, die den Alltag so besonders machen. Hier findest du sieben einfache Wege, wie du deinen Lebensraum positiv verändern kannst.

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!
Photo: Olga Kashubin/shutterstock

1. Urban Gardening oder Guerilla Gardening

Es gibt Balkone, die sehen im Sommer wie im Winter aus: Kahl. Nichts grünt, blüht oder summt. Dabei ist es ganz leicht für Mensch und Tier auf kleinstem Raum eine Wohlfühloase zu schaffen. Klappt auch auf der Fensterbank oder vor der Haustür. Urban Gardening ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, mehr Grün in die Stadt zu bringen. Menschen aus oft unterschiedlichsten Kulturen kommen in den Gemeinschaftsgärten zusammen, um ein Stück Land nachhaltig zu bewirtschaften.

Und dank Guerilla Gardening werden trostlose öffentliche Ecken in der Stadt farbenfroh, indem Blumen gepflanzt und schwer zu erreichende öde Stellen mit „seedbombs“ verschönert werden. Ein spannendes Projekt ist auch die Essbare Stadt. Regionale und seltene Sorten werden angebaut und statt „Betreten verboten“, heißt es hier „Pflücken erlaubt“. Eine Paraderolle nimmt dabei die Stadt Andernach am Rhein ein.

2. Bringe Kreativität in deinen Lebensraum

Ausgespuckte, auf dem Pflaster festgetretene Kaugummis werden durch den Engländer Ben Wilson zu kleinen farbenfrohen Kunstwerken. Mehrere Stunden benötigt er für ein Kaugummibild, das in der Regel nur wenige Zentimeter groß ist und bei Passanten immer wieder für Überraschungen sorgt. Über 10.000 sind es bereits.

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Zwei Styroporkugeln verleihen diesem Mülleimer ein freundliches Gesicht. Foto: Timm Schneider

Auch der Designer Timm Schneider verzaubert den urbanen Raum. Mit Styropor-Augen bekommen bei ihm gewöhnliche Alltagsgegenstände – wie Mülltonnen, Glascontainer und Briefkästen – Gesichter. Man muss nicht erst ein angesehener Künstler sein, um solche Projekte umzusetzen. Mit ein wenig Kreativität schafft es jeder, seinen Lebensraum etwas schöner zu gestalten.

3. Starte dein eigenes Projekt

Gemeinsam etwas anzupacken, ist das tollste Gefühl! Sei es im Umgang mit Tieren, beim  eigenen Radiosender oder Podcast, in sozialen Einrichtungen oder in einer Gruppe, die sich für Kunst und Kultur einsetzt – es gibt viele Möglichkeiten, sich an Projekten in seiner Stadt zu beteiligen oder gar selbst eines zu starten.

4. Errichte ein öffentliches Bücherregal

Eine kleine Freude im Alltag sind öffentlich zugängliche Bücherschränke, die beinahe überall errichtet werden können. Sie sind voller Überraschungen, die ausgeliehen, getauscht oder auch einfach behalten werden können. Oft sind sie in interessanten, wetterfesten Schränken, alten Telefonzellen oder auch in Bücher-Bäumen untergebracht. Ähnlich verhält es sich mit der Aktion BookCrossing, bei der Bücher wasserdicht verpackt vom Baum quasi gepflückt werden können.

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Wenn Bücher aus den Bäumen wachsen. Foto: theninscha via Bookcrossing

5. Bereit sein, einen Handgriff mehr tun

Warum eigentlich nicht den herumliegenden Müll aufheben? Oft ist es Plastik, das in der Gegend rumliegt und –fliegt. Schön ist das nicht und umweltfreundlich erst recht nicht. Aufsammeln, mitnehmen und entsorgen – leichter kann es nicht sein, die Stadt lebenswert zu gestalten. Auf das Müll-Problem macht auch Stephan Horch mit seinem Clean River Project aufmerksam. Während er mit seinem Kajak auf Tour ist, sammelt er Müll ein. Bevor er den Abfall entsorgt, fotografiert er diesen für sein Projekt.

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Wenn jeder einen Handgriff mehr tun würde, … So viel Müll wurde beim Clean River Projekt bereits aus dem Wasser gefischt. Foto: cleanriverproject

Damit weniger Müll entsteht und Ressourcen geschont werden, gibt es inzwischen in vielen Großstädten verpackungsfreie Supermärkte. Und auch der „Coffee to go“ braucht nicht in einem Einwegbecher sein. Allein in Deutschland sind es stündlich 320.000 Becher, so die Deutsche Umwelthilfe, die im Müll landen! Dabei lässt sich das ganz leicht vermeiden, indem der eigene Mehrwegbecher mitgebracht und im Café aufgefüllt wird.

6. Foodsharing oder Dumpstern

Nicht wegwerfen, sondern teilen. Lebensmittel sind zu kostbar, um entsorgt zu werden, nur weil sie nicht der Norm entsprechen, wie die krumme Gurke. Oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, obwohl der Konsum dieser Lebensmittel auch danach noch unbedenklich ist. Nicht ganz legal und trotzdem beliebt ist „Dumpstern“, bei dem Lebensmittel, die für den Verkauf nicht mehr „gut genug“ sind, gerettet werden. Doch es geht auch einfacher. Ähnlich wie bei öffentlichen Bücherregalen, kann man einen Foodsharing-Ort einrichten, wo noch haltbare Lebensmittel zur freien Entnahme reingelegt werden können. Vor allem praktisch ist das, wenn man verreist, der Kühlschrank jedoch noch voll ist.

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Foodsharing geht ebenfalls mit gemeinsamen Kochabenden in Gemeinschaftsküchen einher. Foto: Oliver Hallmann auf Flickr (CC BY 2.0)

7. Vernetze dich mit Personen aus deiner Nachbarschaft

Lächeln, grüßen und vielleicht ein kleiner Plausch – wer seine Nachbarschaft kennt, hat es leichter: Es gibt jemanden, der im Urlaub die Pflanzen gießen könnte oder einem aushelfen kann, wenn das Mehl ausgegangen ist. Es gibt aber auch Plattformen, wie nebenan.de, die Menschen generationenübergreifend miteinander vernetzen. So können gemeinsame Flohmärkte organisiert werden, es kann jemand gefunden werden, der den Rasen mäht oder das Gartenzelt für die Nachbarschaftsparty verleiht.

Fazit

Wer in der Stadt lebt, hat viele Möglichkeiten, sein Leben und das der anderen bunter zu gestalten. Mitmachen, ausprobieren, glücklich sein – es gibt so viel, was im Stadtleben möglich ist. Mit wenigen, einfachen Gewohnheiten können wir die eigene Stadt lebenswerter machen. Viel Spaß dabei!

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!

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