Das urbane Fahrradmagazin

Sichtbar durch die Nacht – BLAZE Laserlight im Test

Ein neu entwickeltes und über Kickstarter finanziertes Fahrradlicht aus London verspricht eine Erhöhung der Sichtbarkeit für Radfahrer bei Nacht und damit mehr Sicherheit im Stadtverkehr. Wir haben das Laserlight von BLAZE getestet.

Foto © Blaze

Nachtsichtgeräte und Fahrradlichter

Die Funktion von Fahrradlichtern liegt auf der Hand – sie sollen das Radfahren bei Dunkelheit für den Radfahrer im Sinne des Prinzips „Sehen und gesehen werden“ sicherer machen. Sicherer heißt dabei zum einen, dass durch das Erhellen des Fahrweges unbeleuchtete Objekte und Hindernisse erkannt werden können und somit ein rechtzeitiges Reagieren ermöglicht wird. Zum anderen heißt sicherer aber auch – und das gilt vor allem im großteils gut ausgeleuchteten Stadtverkehr – von allen anderen Verkehrsteilnehmern in jeder Situation gut wahrgenommen werden zu können. Dass ein helles Vorder- und Rücklicht diese Aufgabe für den Parallelverkehr weitestgehend erfüllt, ist unbestritten. Doch wie löst man die Probleme, die der Querverkehr oder der sogenannte „tote Winkel“ mit sich bringen?

 

Blaze laser light on the street_Fahrradlicht

Foto © Blaze

Londoner Laserlampe

Für einen interessanten Versuch, diese Frage zu beantworten, halten die Londoner Laserlichtpioniere von BLAZE mit dem selbstbewussten Slogan „It’s the safest light on the road“ ihre Fackel hoch. Sie haben ein starkes LED-Vorderlicht entwickelt, das durch eine geschickte Zusatzfunktion den gefühlten Aktionsradius eines Radfahrers erheblich erhöht, ihn schon vor seinem tatsächlichen Dasein visuell ankündigt und so versucht, die Sicherheit auf dem Rad zu steigern – darf ich vorstellen: das Laserlight, das erste Fahrradlicht mit integriertem Laser. Dieser projiziert ein grünes Fahrradsymbol ungefähr 5 bis 6 Meter vors Vorderrad auf die Straße und ermöglicht somit allen aufmerksamen Verkehrteilnehmern einen kurzen Blick in die Zukunft – es wird etwas passieren, ein Radfahrer wird erscheinen. Soweit die Theorie.

In der Praxis ist das Laserlight ein gutes Licht, das die Nacht auch auf seiner schwächsten von drei Stufen genügend erhellt. Es ist im Vergleich zu anderen Fahrradlichtern eher groß und schwer, kann dafür durch seine extrem platzsparende Lenkerhalterung und eine sehr einfache Montage punkten. Mit einer über USB geladenen Akkulaufzeit von ca 4 Stunden liegt der Wert knapp unter dem offiziell angegebenen von 4,5 Stunden bei durchgehender und schwacher Licht- und Lasereinstellung. Es besticht durch seine hochwertige Verarbeitung und seinem modernen Design.

Blaze Laser Light
Foto © Blaze

Into the dark – der Erfahrungsbericht

Pro:

  • Als Lenker dieses Scheinwerfers mit grünem Vorboten hatte ich sofort ein sehr viel stärkeres Gefühl von Sicherheit auf der Straße, fühlte mich präsenter und kann mir sehr gut vorstellen, dass einige heikle Situationen durch das Verwenden des Fahrradlasers erheblich entschärft oder sogar vermieden werden können. Vor allem beim Befahren schwer einsehbarer Kreuzungen und dem Überholen von Fußgängern oder anderen Radfahrern habe ich durch die Vorankündigung meines Kommens das Gefühl, die Situation besser unter Kontrolle zu haben und außerdem allen anderen Beteiligten die Chance gegeben zu haben, sich auf mich vorbereiten zu können.
  • Gleich beim ersten Ausprobieren zeigt sich, dass das grüne Laserrad des BLAZE als ein lustiger Hingucker funktioniert, der unter allerhand Reaktionen vor allem Überraschung und Irritation hervorruft. So etwas hat man noch nicht gesehen – man weiß erst mal gar nicht, was man mit diesem sich bewegenden, leuchtenden Radpiktogramm auf der Straße anfangen soll, so mein Eindruck der Reaktionen von Fußgängern und anderen Radfahrern.

Con:

  • Leider gibt es auch erhebliche Einschränkungen im nützlichen Gebrauch des Lasers. Auf schlechten Wegen oder Kopfsteinpflaster verliert er jeglichen Nutzen, da das Licht samt Rad zu viel wackelt und dementsprechend kein klares Bild mehr auf die Straße zeichnen kann. Auch bei Regen und nasser Fahrbahn kann man sich den zusätzlichen Energieaufwand für den Laser sparen, da die Nässe und die damit einhergehenden Spiegelungen auf der Straße das Piktogramm fast gänzlich schlucken und ihn so unwirksam machen.
  • Überraschung und Irritation sind natürlich nicht die eigentlich erwünschten Reaktionen auf dieses Sicherheitsfeature – geht Irritation doch immer Hand in Hand mit unvorhersehbarem Verhalten das oftmals zu unreflektierten, spontanen und unkontrollierten Aktionen führt. Ich denke aber, dass diese anfängliche Unsicherheit mit dem Umgang dieses Phänomens sehr schnell und effektiv eine Steigerung der Aufmerksamkeit für Radfahrer bewirken kann. Im Idealfall entsteht daraus durch Bewusstmachung und Gewöhnung zum einen mehr Akzeptanz fürs Radfahren und es kann gleichzeitig ein wesentliches Sicherheitsupgrade für den städtischen Radverkehr erzielt werden.
Blaze Laserlight Rider _Fahrradlicht

Foto © Blaze

Fazit fürs BLAZE Laserlight

BLAZE hat die Lichterwelt um ein tolles und innovatives Fahrradlicht reicher gemacht, das noch dazu Spaß macht und neugierige Blicke auf sich zieht. Und auch von offizieller Stelle hat es ein ‘OK GO’ bekommen. Prüfungen und Tests haben ergeben, dass keinerlei Gefahr vom vom Laser ausgeht. Anders als beim allbekannten Laserpointer wird das Licht stärker gestreut, und verursacht deswegen keine Schäden im Auge, auch bei direkter Einstrahlung. Der sicheren Nachtausfahrt steht also nichts mehr im Wege, außer vielleicht der innere Schweinehund.

 

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