Das urbane Fahrradmagazin

Radfahren macht Spaß! Und: Radfahren war noch nie so sicher in Europa

Wir haben es bestimmt alle schon einmal erlebt: Man erzählt ganz begeistert von den Erlebnissen im Fahrradsattel und man erntet eine Frage: Aber ist Radfahren nicht gefährlich? Eine aktuelle Studie aus Großbritannien postuliert: "Nein! Radfahren war noch nie so sicher!" Schauen wir genauer hin, weil Radfahren auch einfach Spaß macht und ein effizientes Verkehrsmittel ist.

This is an article written by a guest author from the Bike Citizens community (full profile below). If you also want to share your cycling stories, contact us.
Foto © Markus Spiske

Das haben wir alle schon einmal erlebt: Man erzählt voller Begeisterung, von den wundersamen Erlebnissen im Fahrradsattel und erntet nur einen ängstlichen Blick und eine skeptische Frage: „Ist Radfahren nicht total gefährlich?“ Offenbar betrachten  viele das Radfahren als eine riskante Aktivität. Darum wirft dieser Artikel einen Blick auf aktuelle Daten zur Sicherheit des Radfahrens und vergleicht Großbritannien mit dem europäischen Festland. Alle Statistiken stammen aus einem umfangreicheren und tiefergehenden Studie und können hier nachgelesen werden.

Aussage N°1: Großbritannien weist im Vergleich zur EU eine sehr niedrige Quote von tödlichen Fahrradunfällen auf.
Der EU-Durchschnitt für tödliche Fahrradunfälle pro Million Einwohner betrug laut dem 2018 veröffentlichten Bericht über das Radfahren 4,0. Der Durchschnittswert Großbritanniens im selben Zeitraum war deutlich niedriger und lag bei 1,6.

Diese Zahl überrascht viele, denn das Radfahren in Großbritannien  wird generell als gefährlich eingeschätzt. Aber der Durchschnittswert Großbritanniens ist niedriger als der in Frankreich (2,4), Deutschland (4,8), Schweden (2,2), Dänemark (5,4), den Niederlanden (5,9) oder Belgien (6,3).

radfahren sicher

Im EU Vergleich ist Radfahren in Großbritannien sehr sicher. © Jakob Braun

Tatsächlich ist es der niedrigste Durchschnittswert in ganz Nordeuropa. Es gibt in Bezug auf diese Daten gibt es aber zwei wichtige Ergänzungen:  (1) Die Daten berücksichtigen nicht die Popularität des Radfahrens. Eine höhere Anzahl an Todesfällen in Ländern wie Dänemark, Belgien und den Niederlanden ist auch dadurch möglich, da das Radfahren in diesen Ländern sehr viel weiter verbreitet ist.  (2) Die Daten sind nur auf Todesfälle fokussiert. Das Ergebnis könnte auch die Qualität der britischen Gesundheitsversorgung bzw. Notaufnahme wider spiegeln.

Aussage N°2: Seit 2007, hat es in der ganzen EU deutliche Verbesserungen gegeben.
Die EU-weiten Daten zeigen, dass die durchschnittliche Anzahl von tödlichen Fahrradunfällen seit 2007 kontinuierlich sinkt. Das suggeriert, dass das Radfahren in der EU sicherer wird und eine Kombination aus besserer Infrastruktur und besserer Schulung von anderen Verkehrsteilnehmenden und Radfahrenden dazu beiträgt, das Radfahren auf europäischen Straßen sicherer zu machen.

Wie immer gibt es in diesem Bereich viel Luft nach oben. Denn die Daten zeigen auch, dass die Reduzierung der Todesfallzahlen in den letzten Jahren stagniert. Dies deutet darauf hin, dass schnell weitere Maßnahmen getroffen werden müssen.

Radfahren gefährlich

Foto © Jonny Kennaugh

Regionale Unterschiede
Insbesondere zeigen die Daten, dass die Todesfallzahlen in vielen Teilen Osteuropas immer noch viel höher sind als der EU-Durchschnitt. Auch hier gilt wieder, dass diese Ergebnisse mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind, da sie nicht berücksichtigen, wie weit verbreitet das Fahrrad als Transportmittel in einem Land ist. Dies könnte einige der regionalen Abweichungen in den Daten erklären.

Statistik und Sommerliebe
Die Statistik deutet also darauf hin, dass Radfahren in Europa noch nie so sicher gewesen ist. Die Zahlen vermitteln, dass die Entwicklung der Fahrrad-Mobilität damit in eine gute und zukunftsweisende Richtung verläuft. Es gibt aber nach wie vor enormen Verbesserungsbedarf, insbesondere in urbanen Zentren. Hier teilen sich enorm viele Verkehrsteilnehmende die Straße und es kommt oft zu Konflikten.

Dennoch: Die Kombination aus sich ständig verbessender Infrastruktur, Technologie und Verkehrsschulung hat dafür gesorgt, dass es noch nie einen besseren Zeitpunkt gab, um aufs Fahrrad zu springen und loszufahren.

Also, worauf wartest du? Es ist Sommer! Raus mit dir und ab aufs Rad!
Vielleicht heißt ja deine Sommerliebe in diesem Jahr: Fahrradfahren!

BikeParts UKÜber den Autor
Paul East hat BikeParts (vorher als Woolly Hat Store bekannt) in den 90er Jahren gegründet, nachdem er festgestellt hatte, dass es einen Mangel an größeren, landesweit vertretenen Geschäften gab, die günstige und zugleich zuverlässige Ersatz- und Zubehörteile anbieten. Dieses kleine Geschäft kennen heute fast alle passionierten Radfahrenden aus Großbritannien.

This is an article written by a guest author from the Bike Citizens community (full profile below). If you also want to share your cycling stories, contact us.

Kommentar schreiben

Interessiert dich das Magazin?
Jetzt schmökern