Das urbane Fahrradmagazin

Sieben Jahre ohne privaten PKW – Wie sich mein Leben seitdem verändert hat

Es ist eine Lebenseinstellung: Ohne Auto, dafür ein Fahrrad. Wobei es auch mehr sein können, um für alle Unternehmungen, das richtige Rad zu haben

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!
Foto: Jennifer Gliemann

Ohne Auto geht es auch

Als die Bremsen meines Autos aufgrund zu langer Standzeit verrostet waren, war klar: Ich brauche keins mehr. Was hat es für einen Sinn, ein Auto zu besitzen, wenn es öfters parkt, als im Verkehr unterwegs ist? Also wurde es verkauft.

Zugegeben, es war sehr bequem ein Auto zu haben. Vor allem als ich noch als Pendlerin unterwegs war. Je nach Lust, Laune und Wetter entschied ich mich fürs Auto oder nahm mein Fahrrad mit in den Zug, um den Nachhauseweg mit dem Rad zurückzulegen. Die Wahl zu haben, fand ich sehr angenehm. Sobald ich aber nicht mehr 30 Kilometer pendeln musste, sondern nur noch fünf Kilometer zu fahren hatte, blieb ich beim Rad. Außerdem bin ich in Darmstadt mit dem Fahrrad eh schneller unterwegs, als mit dem Auto. Im dicht besiedelten Rhein-Main Gebiet ist es ziemlich einfach, ohne Auto auszukommen.

Unterwegs mit öffentlichen und Carsharing

Natürlich gibt es Momente, da fände ich es ganz nett ein Auto zu haben, einfach einzusteigen und loszufahren. Aber die sind selten. Wenn ich mal eins brauche, miete ich mir eins. Eine Carsharing Station ist bei mir um die Ecke oder ich buche einen Mietwagen, falls ich mal ein Auto für mehrere Tage brauche. Das ist allerdings selten. Im vergangenen Jahr war das keine fünfmal der Fall.

Oft fahre ich nämlich einfach mit dem Zug und leihe mir dann vor Ort ein Fahrrad. Zurzeit finde ich diese Art Urlaub zu machen sehr angenehm. Ich sitze am liebsten auf dem Sattel und erkunde so die Gegend.

Wenn ich einkaufe, mache ich das ebenfalls mit dem Rad. Als ich noch ein Auto hatte, nutzte ich es zum Einkaufen nur, wenn ich nach der Arbeit ohnehin an einem Laden vorbeikam. Ansonsten war auch damals schon das Fahrrad meine erste Wahl. Klar, für schwere, unhandliche Dinge, die nicht aufs Rad passen, brauche ich immer noch ein Auto. Aber der Verleih von Lastenrädern ist im Kommen – eine super Alternative!

Zu viele Räder gibt es nicht

So sehr ich das Radfahren liebe, mit der Pflege hinke ich immer hinterher. Ohne Reifen aufpumpen geht es natürlich nicht und regelmäßiges ölen gehört auch dazu. Richtig geputzt wird einmal im Jahr. So klappt das ganz gut, auch, weil sie nicht im Freien stehen – ich habe nämlich inzwischen fünf Räder. Hört sich fast etwas übertrieben an, aber alle haben ihre Berechtigung.

Seit über 20 Jahren habe ich ein gebrauchtes Hollandrad, das immer noch top fährt, inzwischen aber mehr die Rolle des Gäste- und Notfallfahrrads übernommen hat. Längere hügelige Strecken sind mir mit ihm einfach zu anstrengend geworden. Jetzt habe ich ein modernes Stadtrad, das alles mitmacht. Kürzlich habe ich ein Hollandrad aus den 60ern geschenkt bekommen, mit dem ich fahre, wenn ich bei meiner Familie im Saarland bin. Auch mit einem Mountainbike wurde ich neulich überrascht. Ohne Laufradsatz lag es auf dem Speermüll; mit ersteigerten gebrauchten ist es nun super für Touren durch den Wald. Und dann gibt es noch das Rennrad mit Trekkingreifen, mit dem ich Sport mache, aber auch gerne längere Radausflüge unternehme.

Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht auf einem Rad sitze, ganz egal ob es regnet oder schneit. Mir gefällt die Alltagsbewegung, die Freiheit, die man einfach auf dem Rad hat, es ist umweltfreundlich und einfach eine der besten Erfindungen.

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!

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