Das urbane Fahrradmagazin

Nice Rides: Wie Spielmechaniken zum Radfahren motivieren

Eines der Ziele von Bike Citizens ist es, Menschen zu motivieren, auf das Rad umzusteigen und somit den Modal Split – das Verhältnis von verschiedenen Fortbewegungsarten – zugunsten nachhaltiger Mobilität zu verändern. Um dieses Ziel zu erreichen, wird aktuell an mehreren Forschungsprojekten, wie beispielsweise Bike Wave, Nice Rides und Odine gearbeitet.

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Nice Rides: Gamification für mehr Radverkehr

Beim Projekt „Nice Rides“, welches in Kooperation mit der Donauuniversität Krems sowie der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) durchgeführt wird, geht es darum, mit Hilfe von Gamification und Crowdsourcing die Radquote zu erhöhen und die Routingqualität (Wegfindung mit dem Rad) zu verbessern.
Dabei sollen durch die Entwicklung eines spielerischen Rahmens Anreize für regelmäßiges Radfahren geschaffen werden, die auf verschiedenen Verhaltenstheorien beruhen. Wir wollen hier einen Einblick in die theoretischen Hintergründe des Projekts geben.

Unter Gamification versteht man die Nutzung von Spielmechanismen in an sich spielfernen Kontexten. In unserem Fall soll mithilfe solcher Spielmechaniken eine Verhaltensänderung (Umstieg auf das Rad) oder eine Verstärkung eines bestehenden Verhaltens (Radfahren) gefördert werden. Das bedeutet nicht unmittelbar, dass aus einem Produkt ein Spiel gemacht wird. Es geht vielmehr darum, die in Spielen bewährten Motivations- und Feedbacktechniken anzuwenden. Die Vorgabe von Zielen, Belohnungen und die spielerische Abbildung des eigenen Fahrverhaltens sind Spielmechaniken, die wir für die Mobilisierung der Community verwenden wollen. Konkret könnte das so aussehen, dass man sich in Teams zusammenschließen kann und sich mit einem anderen Team oder einem Freund messen kann. In diesem spielerischen Kontext erhalten Radfahrer Abzeichen, Gutscheine oder tatsächliche Gegenwerte für bestimmte festgelegte Ziele, wie beispielsweise das erreichen bestimmter Distanzen und Höhenmetern, Radfahren an den meisten Regentagen und dem größten Wegschatz. Diese Motivationsfaktoren können für eine Einzelperson definiert sein oder auch als Wettkampf zwischen zwei Personen oder mehreren Teams und sogar auf Städteebene motivierend wirken.

Bambergmodell

In der Entscheidungsphase soll ein möglichst motivierendes Spielsetting geschaffen werden, welches einfach zu verstehen ist und einladend wirkt. Jede richtige „Antwort“ wird vom System belohnt und das entsprechende Verhalten somit verstärkt.
In der Vorbereitungsphase werden spielerische Aufgaben mit einem sozialen Spielerlebnis verbunden. Im Idealfall tritt ein eigenmotiviertes Verhalten auf, welches keine äußeren Belohnungen mehr benötigt. Dennoch ist vor allem im Übergang von der Vorbereitungsphase zur Aktionsphase die soziale Unterstützung durch MitspielerInnen wichtig. In der Aktionsphase führt konstantes Feedback zu Erfolgserlebnissen und zu einer weiteren Förderung der Motivation. In der Nachbereitungsphase geht es vor allem darum, die sogenannte intrinsische Motivation durch ein motivierendes Spielsetting zu fördern. Der Modal Shift zum Rad als nachhaltiges Transportmittel sollte bereits erfolgt sein und die positiven Konsequenzen dieser Entscheidung – etwa in Form eines größeren körperlichen Wohlbefindens – sollten spürbar sein.

In einer Machbarkeitsstudie wurde ein erster Prototyp konzipiert und entwickelt. Dieser sollte in einem Folgeprojekt in die Realität umgesetzt werden. Ziel ist es, dir spielerischen Elemente schrittweise in die existierende Bike Citizens App miteinfließen zu lassen.

Über den Author:

Thomas Wernbacher arbeitet an der Donau-Universität Krems und als freier Medien Psychologe.

Foto © Bike Citizens

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