Das urbane Fahrradmagazin

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider! Nachhaltige Mode für Radfahrende

Wir lieben es mit unseren Fahrrädern draußen zu sein. Das nächste „Outdoor“-Erlebnis wartet schon zwischen urbanem Großstadtdschungel und entlegenstem Winkel der Erde. Dabei spielen die Wetterverhältnisse und die passende Kleidung eine entscheidende Rolle: Funktional, atmungsaktiv und wasserdicht MUSS sein. Bestenfalls macht „unsere zweite Haut“ den Spagat zwischen sportlich-funktional und modisch mit. Aber: Wieviel Funktion braucht es wirklich? Wie nachhaltig sind die Produkte?

Juliane Schuhmacher
1987 in Berlin geboren, radelt sie seit Jahren durch die deutsche Hauptstadt und über deren Grenzen hinaus. Mit chronischem Fernweh, lässt sie sich keine Gelegenheit entgehen, unterwegs zu sein. Auf dem Blog radelmaedchen.de schreibt sie nicht nur über die Erlebnisse einer Großstadtradlerin und ihre Reisen, sondern auch über Fahrradbekleidung. Das Thema ihrer Masterarbeit im Modesdesign: Radelmädchen – Urbane Mode für Frauen mit und ohne Fahrrad.
Photo © Triple 2

Bike Citizens  geben einen Überblick über das Thema Nachhaltigkeit und Fahrradbekleidung. Zum einen nimmt unsere Autorin Juliane Schumacher Outdoor Mode im allgemeinen ins Visier. Zum anderen wirft die begeisterte Radfahrerin und studierte Modedesignerin aus Berlin einen umfassenden Blick auf Fahrradbekleidung und Mode für Radfahrende. Denn Nachhaltigkeit ist Trend! Oder?

Die wichtigsten Öko-Label

Ökologisch, fair, vegetarisch, vegan, so hochwertig wie möglich, so nachhaltig wie verfügbar. Immer mehr Menschen entscheiden sich in unserer Konsumwelt für eine bewusstere Lebensweise, auch beim Kauf ihrer Kleidung. Viele Modekonzerne setzen auf den Nachhaltigkeits-„Trend“. Grüne und faire Alltags- wie Outdoor Mode sind gut für das Image des Unternehmens. Dennoch sind ökologisch produzierte Textilien Nischenprodukte.

Den Aufschwung erschweren die geringe Verfügbarkeit, die niedrigen Preise konventioneller Kleidung, sowie schnelllebige Modetrends. Hinzu kommen verschiedenste Öko-Siegel, die mehr verwirren, als aufklären. Mittlerweile gibt es über 100 Label, die sich nach unterschiedlichen Strategien und Zielen einteilen lassen: Gesundheits-Label, Umwelt-Label, Sozial/Fairtrade-Label, Entsorgungs-/Recycling-Label, Nachhaltigkeits-Label und viele mehr!

Die zwei wichtigsten Labels:  Oekotex und bluesign®-Label

oekotex label logo nachhaltig fahrrad

Das Oekotex-Label bietet einen Richtwert für die Verwendung von Chemie in der Textilproduktion.

bluesign label logo nachhaltig fahrrad

Das bluesign®-Label, deckt hinsichtlich Chemieverwendung die komplette textile Zulieferungskette ab.

 

We think and act in cycles


„Müssen Textilien dreimal um die Welt reisen,
bevor wir sie anziehen können?“

Markus & Daniel Freitag


FREITAG: Die Schweizer Upcycling-Pioniere

Vorreiter und Inspirationsquelle für nachhaltige Accessoires sind die Schweizer Daniel und Markus von FREITAG, die seit über 20 Jahren aus alten LKW-Planen Taschen herstellen. Schnell waren die Taschen beliebt bei Radfahrenden. Das robuste Material wird nicht nur recycelt, sondern durch bewusste und detailverliebte Verarbeitung upcycelt. Die Tasche ist als fertiges Produkt wertvoller als ihr Rohstoff und hält viele Jahre. Heute umfasst das Portfolio auch zahlreiche Fahrradaccessoires!

Neben den Taschen begann FREITAG aus regionalen Rohstoffen Textilien herzustellen. Die daraus gefertigten, alltagstauglichen Kleidungsstücke inklusive ihrer „Zutaten“ sind unbedenklich und in Europa gefertigt. Das Design ist klassisch urban und zeitlos. Die Teile sind langlebig und robust: Zum Radfahren, für den Bummel durch den Park, fürs Business, für jeden Tag. So geht nachhaltig!

Was bedeutet Nachhaltig?

Nachhaltigkeit ist “kein neuer Mantel” 
Der Nachhaltigkeitsgedanke ist mehr als ein Werbeversprechen oder ein „neuer Mantel“ den man sich überwirft. Eine nachhaltige Handlungsweise genügt aktuellen Lebensansprüchen und berücksichtigt dabei kommende Generationen. Ein nachhaltiges Unternehmen richtet seine Verhaltensweise, Produktion und Unternehmensführung primär nach drei Säulen aus. Diese sollen zusammen funktionieren und nicht im Widerspruch stehen:

  • Der ökologischer Faktor – der bewusste Einsatz von Chemikalien und Materialien, wie natürliche, nachwachsende Rohstoffe oder Recyclingmaterialien
  • Der soziale Faktor – faire Produktionsbedingungen, faire Bezahlung
  • Der wirtschaftliche Faktor – zukunftsorientierte Unternehmensführung


Nachhaltigkeit beginnt mit der Kaufentscheidung
Auch die Kundschaft ist gefragt. Kaufverhalten und Bedarfsansprüche bestimmen den Markt. Kunden und Kundinnen müssen sich fragen, was sie wirklich benötigen. Ergo: Brauche ich diese High-Tech-Jacke mit 10.000 mm Wassersäule, 20 Taschen und 100 Funktionen, um sie einmal im Jahr zum Wandern und sonst zum Spazierengehen im Park zu tragen? Verlasse ich das Haus überhaupt, wenn es in Strömen gießt? Übrigens: Als wasserdicht gilt ein Material nach EN-Norm bereits mit 1300 mm Wassersäule. Laut Eidgenössischer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in der Schweiz ab 4.000 mm. Dann die Fragen: Wie langlebig sind die Produkte? Hülle ich mich jede Saison neu in billige Fast Fashion oder tut es ein zeitloser Begleiter auch für viele Jahre? Stichwort: Slow Fashion

Vaude Mode Fahrrad Sport Bekleidung Wasserfest VAUDE

Was muss “meine Fahrradmode” können? © VAUDE / Attenberger

Triple 2 Fashion Fahrrad Mode MTB Rennrad Trikot Fairwear

Steige ich bei Regen aufs Rad?  © Triple 2

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Wie öko sind Fahrrad Accessoires ? © Juliane Schumacher

Fahrradmode zwischen urbanem Chic und praktischer Outdoor Bekleidung

Im letzten Jahrzehnt wurde „outdoor“ – also draußen, in der Natur sein, Trend. Allwetterjacken mit vielen Funktionen konnten sich auch in der Stadt bei Nieselregen sehen lassen. Design und Marketing wurden entsprechend angepasst.

Spezielle Fahrradbekleidung hat dabei einen besonderen Stellenwert. Sie muss bestimmte Anforderungen erfüllen, wie optimale Belüftung und Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig sollte Fahrradmode ausreichend bedeckend sein. Über den Lenker gebeugt im Sattel sitzend darf keine Sorge aufkommen, dass der Allerwerteste hervorblitzt. Die Lücke zwischen beweglich-funktional, hin zu optisch ansprechend und alltagstauglich schließt sich langsam. Spätestens mit der neuen Fahrradbewegung in vielen Teilen der Welt und der zunehmenden Akzeptanz des Fahrrads als Alltags- und Allwetterfahrzeug verändert sich auch die „Fahrrad“-Mode.


Was zeichnet funktionale Fahrradkleidung aus?

Oft sind es kleine Details, die Fahrvergnügen und Sicherheit erhöhen. Praktisch sind zum Beispiel raffiniert angebrachte, reflektierende Elemente, die nicht sofort als solche erkennbar sind. Eine Hose sitzt deutlich bequemer beim Radfahren, wenn die Schnittführung durchdacht ist, nichts reibt oder drückt.


Brauchen urbane Radfahrende Funktionsbekleidung?

Die Antwort ist “Jein”. In Städten mit hohem Radverkehrsanteil wie Amsterdam oder Kopenhagen sieht man Radfahrende vorwiegend in Alltagskleidung. Wohlfühlfaktor und Bewegungsfreiheit stehen an erster Stelle. Ausschlaggebend dafür, wie viel „Funktion“ die Kleidung haben muss, sind in der Regel Streckenlänge und das eigene Aktivitätsverhalten, also wie „gemütlich“ der Fahrstil ist. Oft reicht in der Stadt im Alltagsverkehr mit dem Rad ein bedeckendes Teil, wie eine sportlich-funktionale Jacke oder eine Hose, die vor Regen schützt. Junge, neue Labels  haben es sich dennoch zur Aufgabe gemacht, urbane Fahrradkleidung für jeden Tag zu kreieren.


Super Vision. 
#absolute #sleek #progressive #honest
Ein neues nachhaltiges Label für urbane Streetwear auf dem Fahrrad ist Super Vision. Die Macher von Super Vison sind modebewusst und leidenschaftlich gern mit dem Fahrrad unterwegs. Die Streetwear aus ihrem Haus ist für stilbewusste urbane Radfahrende. Die Botschaft: Das Fahrrad ist das Fahrzeug der Zukunft und die Kleidung zum Radfahren ist alltagstauglich, modern und funktional. Die nachhaltige Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit der Fair Wear Foundation und in der eigenen Fabrik Evolution3 in Vietnam. Verarbeitet werden umweltfreundliche Materialien. Das Besondere: Jedes Stück der Kollektion hat seinen eigenen CO2-Wert vermerkt. Um diesen Wert auszugleichen, wird die Distanz angegeben, die man dafür radeln muss.

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Jedes Stück Streetwear von Supervision hat seinen eigenen CO2-Wert vermerkt.

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Um diesen Wert auszugleichen, wird die Distanz angegeben die man dafür radfahren muss…

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… um den Wer auszugleichen! Photos © Mike Pham / Super Vision

Nachhaltigkeit und Funktionskleidung

Langlebig, funktional, den Elementen trotzend, Freiheit und Eins sein mit der Natur – das sind einige Merkmale, die sich die Outdoor Mode auf die Fahnen geschrieben hat. In einer Branche, die Accessoires und Kleidung dafür entwickelt und produziert, damit sie in der Natur getragen werden sollte Umweltbewusstsein selbstverständlich sein. Ein Irrtum.

In der Herstellung von Funktionskleidung kommen synthetische Fasern zum Einsatz, die meist erdölbasiert sind. Diese Kunstfasern bzw. das daraus hergestellte Material enthalten Schadstoffe und sind nicht biologisch abbaubar. Besonders einige der praktischen Funktions-Membranen, die für Regenkleidung eingesetzt werden, enthalten kritische, schwer abbaubare Materialien, wie PFC (Perfluorcarbone). Greenpeace schreibt: „Bei Tieren wurden PFCs als Ursache für Fruchtbarkeitsstörungenund das Wachstum von Tumoren identifiziert.“

Das betrifft vor allem auch die DWR (Durable Water Repellents) Beschichtungen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass Schmutz und Wasser vom Material abperlen. Dabei gibt es mittlerweile umweltfreundliche alternativen, wie Nikwax oder Bionic-Finish® Eco. Erschreckend: PFC-Partikel werden mittlerweile weltweit gefunden. Selbst in unbewohnten Regionen der Welt. Obendrein sind diese Textilien schwer zu entsorgen.


Aus Alt mach Neu: Recycling ist Trend!

In einer Welt mit Plastik-Meeren und unzähligen Wegwerfprodukten, die sich oft erst nach vielen hundert Jahren komplett zersetzen, ist die Reduktion vom Müll essentiell für eine zukunftsorientierte Lebensweise. Auch alte Fahrradteile oder Zubehör fürs Rad können mehr, als defekt in den Abfall wandern. Es müssen nicht stets neue Rohstoffe für ein neues Kleidungsstück oder Accessoire verwendet (und verschwendet) werden.  „Manchmal erschwert nur ein Stoff die Wiederverwertung einer Textilie: Einzelne Bestandteile sind nur schwer zu trennen. “Sortenreine” Produkte sind an dieser Stelle besser”, erklärt Experte Ralph Beppler aktuell auf Spiegel Online (04.02.2019). Kluges Recycling ist die Lösung!

Fahrradschläuche und die Marke Cycled 
Ausgediente Fahrradschläuche bekommen ein neues Leben als Taschen, Reifen werden zu Gürteln. Das kann sogar zu einer Firmenphilosophie werden: So wie bei der italienischen Marke Cycled, die aus einem Wegwerfprodukt am Fahrrad, dem Reifen, Gürtel-Unikate in Handarbeit in ihrem Atelier in Venedig herstellen. Selbst die Verpackung ihrer Produkte ist aus recycelter Pappe. Sportlich, edel, nachhaltig. Ihr Claim: “We transform the only thing that pollutes in a bicycle: The Tyre!”

Cycled Cycling Venice Belt Tyre Upcycling Fashion steel vintage

Die Brüder Luca und Silvio in ihrer Manufaktur in Venedig © Cycled / Marco Franceschin

Cycled Belt Bicycle Venice Venedig Fahrrad Upcycling

Ein sportlicher Gürtel aus Fahrradreifen © Cycled / Marco Franceschin

Cycled Belt Bicycle Venice Venedig Fahrrad Upcycling

Edle Gürtel gibt es auch © Cycled / Marco Franceschin  (Model: Valentina Sforza)

Plastik
Auch Plastik ist ein wertvolles Material, das recycelt werden kann. Die Verwendung von Recycling-Kunstfasern aus PET-Flaschen oder Altkleidung für neue Textilien spart laut Hersteller Energie und Rohstoffe. Es ist ein Anfang, doch keine dauerhafte Lösung für das Kunststoffproblem.

Denn auch eine Aufwertung des alten Plastiks verbraucht viel Energie und Chemie. Zudem stehen die Recycling-Anlagen meist in Asien, wohin die PET-Flaschen oft erst „aus Europa und Amerika CO2-intensiv angeliefert würden.“ (Spiegel Online; 25.06.2017) „Rein wirtschaftlich lohnt sich das PET-Recycling nicht», sagt Jean-Claude Würmli, Chef von PET-Recycling Schweiz. “Da man aber im Vergleich zu Neumaterial rund 50 Prozent Energie spare, sei das PET-Recycling ökologisch sinnvoll.“

Am nachhaltigsten ist damit immer die Reduzierung bzw. Vermeidung von Plastik. Und das geht so:

No-Plastic: Die Fasern der Natur

Betrachtet man die Outdoor Modewelt oberflächlich, scheint sie nur noch aus künstlichen High-Tech Funktionstextilien zu bestehen. Weit gefehlt – es gibt viele natürliche Alternativen, die hervorragende Eigenschaften für den Draußen-Gebrauch mitbringen. Einige davon werden schon seit vielen hundert Jahren genutzt. Ganz vorn dabei ist Mode aus (Schur-)Wolle wie Loden, aber auch Alpaka, Leinen oder Hanf.

Loden 2.0
Loden ist ein sehr widerstandsfähiger, grober Wollstoff aus Schurwolle. Besonders im Bereich der Trachtenmode kommt er zum Einsatz. Das Walken des Wollstoffes zum Beispiel ist ein Verfilzungsprozess, bei dem eine Art Sandwicheffekt entsteht: „Die äußeren Schichten bilden eine Barriere gegen Wind, Wasser und Schmutz, während das innen liegende Gewebe für Stabilität sorgt und durch die Zwischenräume im Gewebe eine isolierende Wirkung entfaltet.“ (Quelle: Steinkauz.com)
Perfekt zum Radfahren, Wandern, draußen sein bei fast jedem Wetter. Eingestaubt ist das Material ganz und gar nicht! Vielmehr ist es eine smarte Alternative für alle, die keine Lust mehr auf synthetische Materialien haben und auf Funktion nicht verzichten möchten. Loden ist obendrein sehr robust und kann – gut gepflegt – eine Investition fürs Leben sein.


Merinowolle: Nachhaltiger Trendstoff
Ein Trend unter den natürlichen Materialien ist Kleidung aus Merinowolle. In Reinform oder Merino in Kombination mit Kunstfasern findet quer durch alle Sportarten Anklang. Kein Wunder, denn die Wolle hat fantastische Eigenschaften. Die Textilien lassen sich einfach „auslüften“ und müssen nur selten gewaschen werden. Sie sind atmungsaktiv, temperatur- und feuchtigkeitsregulierend. Wichtig ist, auf die Herkunft der Wolle zu achten. Ebenso sollte nur Merinowolle aus Mulesing-freier Produktion verwendet werden.

Triple 2 Fahrrad Bicycle Merino Fair Öko Nachhaltig Mulesin Schaf

Merinoschafe in artgerechter Haltung © Triple 2

Mulesing Merino Öko Glücklich Wolle Fair Schaf Triple 2

Der Stoff aus dem die Trikots sind… © Triple 2

Triple 2

Zuerst Fellkleid – dann Bekleidung © Triple 2

Welche Marken bieten sportliche, nachhaltige Fahrradmode?


„Unsere Vision: „Wir gehen unseren grünen Weg weiter – ökologisch und fair.“
Antje von Dewitz, CEO VAUDE


VAUDE – Nachhaltige Bekleidung und Begleitung fürs urbane Radfahren und Draußen

Auch Vaude ist Vorreiter: Rund 80% der Bekleidung ist mit dem strengen bluesign®-Label gekennzeichnet. In den neuen Kollektionen werden recycelte Materialien verwendet, wie Kunststoff aus alten PET-Flaschen oder Fischernetzen (Econyl). Dazu hat Vaude einen eigenen Standard geschaffen, der auch Sozialstandards in der Produktion berücksichtigt. Das Unternehmen ist außerdem Mitglied der Fair Wear Foundation und legt besonderen Wert auf faire Produktionsbedingungen. Die beliebte Fahrradtaschen-Serie wird in Deutschland produziert.

Triple 2. Love nature, act ecological, live green! 
Das deutsche Label Triple 2 fertigt nicht nur Kleidung aus recyceltem Plastik, sondern auch sportliche und schöne Fahrradtrikots mit Merinowolle. Das Münchener Outdoormodelabel Triple 2 produziert Fahrradbekleidung für Sport und Alltag und verwendet größtenteils bluesign® und Ökotex 100 zertifizierte Stoffe, sowie recycelte Polyesterfasern aus alten Fischernetzen. Mulesing-freie Merinowolle kommt für Trikots, T-Shirts und Accessoires zum Einsatz. Die Herstellung erfolgt in Kroatien und die Materialien stammen vorwiegend aus Europa.

We make BIKEWEAR. Eco & Fair! Triple2

Vaude Geber MTB Mode Fashion Bekleidung Fahrrad Rucksack Öko bluesign Nachhaltig

Fahrradmode für draussen von “VAUDE” © VAUDE / Markus Geber

Triple 2

Was muss urbane Fahrradmode können? © Triple 2

Triple 2 Radelmädchen Bike Camp Radfahren Mode Fashion trikots frauen Women

Die Autorin trägt “Triple 2” © Juliane Schumacher

Nachhaltig und Nützlich: Accessoires rund ums Rad

Auch im Accessoire-Bereich tut sich einiges. Besonders dort steht das Thema Recycling hoch im Kurs und selbst die kleinsten Stoffschnipsel finden noch Verwendung.

Brooks – Langlebige Sättel
Brooks steht seit Generationen für Fahrradsättel aus Leder in höchster Qualität. Die englische Traditionsmarke brachte vor ein paar Jahren einen Sattel aus Naturkautschuk auf den Markt – ein neues Sattel-Zeitalter brach an: Der Brooks Cambium ist bequem vom ersten Tag – er muss nicht eingefahren werden und so langlebig wie der „Lederveteran“. Einzelne Komponenten, können – falls defekt – ausgetauscht und repariert werden. Der Cambium Organic ist mit einem beschichteten Baumwollcanvas aus Biobaumwolle überzogen.

Lumabag – Taschen aus alten Sportgeräten
Uwe Arndt aka. Lumabag fertigt in Handarbeit in seinem Bremer Atelier Einzelstücke aus alten Luftmatratzen, Turngeräten und Fahrradreifen. Mit Liebe zum Detail entstehen langlebige Unikate, die auch in Auftragsarbeit gefertigt werden. Upcycling deluxe.

Fahrer Berlin – Recycling und Upcycling aus alten Planen
Seit 10 Jahren fertigen Fahrer Berlin aus recycelten, hochwertigen und dauerhaften Materialien wie LKW-Planen, Werbebanner oder Bootsabdeckungen, Taschen und Ballhalter. Viele Accessoires werden in Zusammenarbeit mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung regional produziert.

 

Brooks Cambium Fahrrad Accessoires Saddle Sattel

“Brooks” Cambium © Juliane Schumacher

Lumabag Rucksack Fahrrad Fashion Bicycle Backbag Bremen

“Lumabag” Rucksack aus Bremen © Lumabag

Fahrer Berlin Öko Fair Upcycle Recycle Fahrrad Bicycle Accessoires Fußball Fahrer Berlin

“Fahrer” Upcycling Accessoires rund ums Rad © Fahrer Berlin

Der Wert der Nachhaltigkeit

Warum ist faire und umweltfreundliche Produktion  so teuer? Warum sind ökologische und fair produzierte Textilien Nischenprodukte?

Billige Massenproduktion ist fürs eigene Portemonnaie attraktiver, klar! Der Produktpreis setzt sich aus verschiedenen Faktoren, wie Entwicklungs-, Material- und Fertigungskosten, Personalausgaben und Gewinnmarge zusammen. Je höher die Produktionsmenge, desto weniger kostet am Ende das einzelne, fertige Produkt. Daher ist es besonders für kleine Unternehmen schwer, so niedrige Preise wie die große Konkurrenz abzurufen. Allgemein sind die Kosten höher, wenn nach ökologischen, nachhaltigen Richtlinien und fairen Bedingungen produziert wird.

Viel zu oft wird aus wirtschaftlichen Gründen die soziale und ökologische Komponente in den Hintergrund geschoben. Günstig und viel ist vielleicht sexy, aber nicht smart. Am Ende zahlt immer jemand den „wirklichen“ Preis. Seien es Billiglohnarbeiter und -arbeiterinnen, die Umwelt und Tierwelt oder unsere Kinder.

Und nun DU!

Wie häufig muss „tatsächlich“ etwas Neues gekauft werden? Wo kaufe ich? Darf es auch mal ein Teil aus zweiter Hand sein? Auf gute Qualität und faire Arbeitsbedingungen zu achten, insofern sich diese nachvollziehen lassen, sollte selbstverständlich sein. Auch wenn die Auswahl an Marken und Produkten noch klein ist, wo wird es doch immer einfach nachhaltig zu konsumieren. Selbst große Unternehmen ziehen nach und verpflichten sich auf giftige Chemikalien in ihrer Produktion zu verzichten, wie zB. bei der Greenpeace Kampagne “Destination Zero”.

Fast Fashion Fasten
Eine einfache Regel das eigene Konsumverhalten ab jetzt neu zu gestalten, klappt mit dem Fast Fashion Fasten für Anfänger. Einach die Shopping-Gelüste nach einer bestimmten %-Regel stillen und sich dafür eine Saison Zeit zum Experimentieren geben. Aber Obacht, Fast Fashion Fasten kann dein Konsumverhalten “nachhaltig” verändern!

5% Fast Fashion
95% Slow Fashion
  – – davon 45% neu – fair
  – – davon 20% second hand – fair
  – – davon 30% second hand – normal


Worn Since

Der Vintage-Shop Oma Klara hat eine tolle Aktion gestartet, bei der Mitmachende ein Foto von sich in ihrem ältesten, noch getragenen Kleidungsstück unter dem Hashtag #wornsince auf der Social Media-Plattform Instagram posten. Zusätzlich wird ein Schild mit dem Jahr des Erwerbs in die Kamera gehalten. Mach mit!

Juliane Schuhmacher
1987 in Berlin geboren, radelt sie seit Jahren durch die deutsche Hauptstadt und über deren Grenzen hinaus. Mit chronischem Fernweh, lässt sie sich keine Gelegenheit entgehen, unterwegs zu sein. Auf dem Blog radelmaedchen.de schreibt sie nicht nur über die Erlebnisse einer Großstadtradlerin und ihre Reisen, sondern auch über Fahrradbekleidung. Das Thema ihrer Masterarbeit im Modesdesign: Radelmädchen – Urbane Mode für Frauen mit und ohne Fahrrad.

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Kommentare
  • Manguela

    Super, vielen Dank. Ich trage seit Jahren faire Mode, immer öfter. Outdoor war bis jetzt ein Problem, daher danke für die tollen Tipps!

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