Das urbane Fahrradmagazin

Kulturelle Unterschiede – oder: Was lässt sich auf einem Rad so alles transportieren?

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für die Last, die aufs Rad kommt und manchmal auch für die Anzahl an Menschen auf ihm. Vieles ist erlaubt, einiges verboten und mitunter wird einfach passend gemacht, was passen soll. Die kulturellen Unterschiede sind überraschend.

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!
Fotos © Catwalk Photos / Shutterstock

Ein Rad, mehrere Menschen

Vater beim Radfahren mit Kindern

Fotos © kavalenkau / Shutterstock

Einfach mal auf dem Gepäckträger mitfahren, ist in Deutschland und Österreich nicht erlaubt, sobald man älter als acht Jahre ist. Es wird aber trotzdem gern gemacht, genauso wie das Sitzen auf der Fahrradstange.

Regeln gibt es auch für Kindersitze. In Deutschland können diese sowohl vorne am Lenker als auch am Heck angebracht sein – vorausgesetzt, der Kindersitz hat eine Fußablage. In Österreich hingegen dürfen Kinder nur hinten aufsitzen. Und bei den fahrradfreudigen Dänen dürfen sogar zwei Kinder unter sechs Jahren auf dem Rad mitfahren.

Ganz entspannt ist es in Großbritannien. Wie ein Kind auf dem Rad transportiert wird , kann jeder selbst entscheiden. Sehr gelassen sieht es auch die Fahrradnation schlechthin: Die Niederländer. Regeln hin, Regeln her – was beim Fahren nicht stört, darf mit an Board; etwa ein Mitfahrer auf dem Gepäckträger.

Pragmatisch wird dies auch in Asien und Afrika gehandhabt. Ohne Infrastruktur müssen weite Wege zu Fuß zurückgelegt werden. Wer dann ein Rad hat, teilt es mit anderen und so kommt es öfters vor, dass mehr als drei Menschen auf einem Rad Platz finden.

Die Last mit dem Anhänger

Voll beladenes Fahrrad

Foto © Jimmy Tran/ Shutterstock

Ebenfalls eher ungewöhnlich wird die Nutzung von Anhängern in Spanien gehandhabt. Zwar sind sie zum Transport von Lasten zugelassen – allerdings gibt es dabei einiges zu beachten:

  • Sie dürfen nur bei Tag gezogen werden,
  • die Sicht darf nicht beeinträchtigt sein und
  • das Gewicht von Last plus Anhänger sollte nicht mehr als 50% des Fahrrades wiegen

Anders schaut dies bei Fahrradanhängern für Kinder aus: Sie sind nicht erlaubt. Kinder dürfen aber bis zu ihrem siebten Lebensjahr im Kindersitz mitfahren.

Ansonsten sind Anhänger für alles Mögliche in vielen Ländern sehr beliebt. Ob Kinder, Hunde, Großeinkäufe oder Getränkekisten, Umzüge oder sogar Weihnachtsbäume – sicher verstaut fährt es sich auch so von A nach B. Immer beliebter sind Lastenräder, die inzwischen in ganz Europa Radfahrer begeistern.

Gepäckträger, Taschen, Körbe, Kisten und vieles mehr

Eine Tasche am Lenker, den Fahrradkorb bis obenhin voll, die Seitentaschen bepackt und im Anhänger zwei Kinder – das gibt es auf europäischen Straßen immer wieder zu sehen, aber im Vergleich zu afrikanischen und asiatischen Ländern ist das noch wenig Ballast. Sei es in Namibia oder Ghana, in Kambodscha oder Vietnam – die Menschen machen das Beste aus ihrer Situation und sind Meister im Transportieren. Seien es Bananen, Körbe, Kisten oder Blumen – die Fracht wird rund um das Rad angebracht und teils verschwindet sogar das Fahrrad unter der Last. So sind etwa in Uganda 50 kg die Regel, es können aber auch 200 kg sein, also weit über die empfohlene Traglast regulärer Fahrräder. Das Rad kann Fortbewegungsmittel und Verkaufsstand in einem sein. Möglichkeiten gibt es viele, schließlich lässt sich ein Fahrrad für alles nutzen.

Ohne geht nicht

Lasten transportieren mit dem Fahrrad

Foto © Oleandra / Shutterstock

Was aufs Rad darf und was nicht, was problemlos darauf passt und was passend gemacht werden muss, ist alles eine Frage der Technik und der Gepflogenheiten des jeweiligen Landes. So unterschiedlich die Transportarten in den verschiedenen Kulturen auch sind, alle haben sie eins gemeinsam: Freiheit, Selbständigkeit, Leichtigkeit – das Leben auf zwei Rädern ist unkomplizierter und lässt den Alltagsballast ein wenig einfacher werden.

Fotos © Shutterstock

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Lebt im urbanen Rhein-Main-Gebiet und genießt es, mit ihrem Hollandrad zu Arbeit zu fahren. Monotonie ist nichts für sie und vermeintliche Umwege sind oft die spannenderen und schöneren Wege, die auch zum Ziel führen. In ihrer Freizeit ist sie meist mit dem Rennrad unterwegs; reist ans Meer und in die Berge - ein Rad ist immer dabei, denn ohne geht es bei ihr nicht!

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