Das urbane Fahrradmagazin

Gut. Günstig. Gebrauchtrad.

Wer für wenig Geld ein Fahrrad kaufen möchte, sieht sich auf dem Online-Gebrauchtmarkt um. Unzählige Angebote zu unterschiedlichsten Preisen lassen sich schnell per Mausklick finden. Hinter „retro“ und „vintage“ verbirgt sich aber leider oft viel Rost und schlechtes Material. Was also muss man beachten beim Kauf eines gebrauchten Rades?

David Zotter_square
Schreiben über, schrauben am, reisen mit und leben vom Fahrrad. Das tue ich vorzugsweise in meiner Geburtsstadt Graz. Und wenn es sich ausnahmsweise einmal nicht ums Fahrrad dreht, findet man mich auf der Uni oder unterwegs mit meinem kleinen Sohn, nun ja, am Lastenrad.
Image © Infinity7664 [CC BY 2.0] via Flickr

In 3 Schritten zum optimalen Gebrauchtrad

Ein wenig Geduld und die Muße, sich mit dem Fahrrad auseinanderzusetzen, sind zwei nicht unwesentliche Voraussetzungen auf dem Weg zum Secondhand-Fahrrad. In jedem Fall kann aber auch ein Laie mit ein wenig Know-how das passende Gefährt finden. Wir fassen die wichtigsten Tipps zusammen.

Vorweg sollte man wissen, welche Art von Fahrrad man will: Stadtrad, Rennrad, Singlespeed… denn es gibt verschiedene Fahrradbörsen, die sich zum Teil auf die jeweiligen Fahrradtypen spezialisieren. Auch Fragen nach der richtigen Rahmenhöhe, dem Einsatzzweck und der Preisvorstellung sollten geklärt werden.

Die Suche: Was ist am Markt?

Nachdem man sich für ein Portal entschieden hat, ist es empfehlenswert, sich einen Überblick über das gesamte Angebot zu verschaffen. Dafür darf man sich gerne ein paar Tage Zeit nehmen, da auf Bike-Börsen ständig neue Fahrräder eingestellt werden.

Je konkreter man sucht, desto schneller kommt man zu guten Ergebnissen. Genaue Vorstellungen des gewünschten Fahrrades in die Suche mit einfließen zu lassen reduziert das meist riesige Angebot, und man kommt schneller zum Ziel.

Mittels „Ferndiagnose“ sollten etwaige Schäden, das Alter und den Allgemeinzustand abgeklärt werden – Detailbilder sind sehr hilfreich. Ein tatsächliches Bild über den Zustand des Fahrrades erhält man erst durch den direkten Check vor Ort. Daher unbedingt der Appell, das Rad nach Möglichkeit selbst abzuholen und den Versand zu vermeiden.

Besichtigung und Kauf: Worauf muss ich achten?

Bei einem Besichtigungstermin mit dem Verkäufer lassen sich durch ein paar aufmerksame Überprüfungen feststellen, ob das Fahrrad den Beschreibungen gerecht wird. Werden Mängel erkannt, kann das als Ausgangslage dienen, über den Preis zu verhandeln.

Zuallererst ist der Rahmen unter die Lupe zu nehmen und auf Roststellen, Beulen, Risse und Kratzer hin zu untersuchen. Auf keinen Fall sollte man sich von einem schön geputzten und glänzenden Rahmen täuschen lassen.

Gebrauchtrad

Foto © David Zotter

Eine aufmerksame Überprüfung kann als Ausgangslage dienen, über den Preis zu verhandeln.

Was kein Spiel haben darf, daher nicht wackeln sollte …

  • das Tretlager: Das ist leicht festzustellen, indem man die Kurbel, also dort wo die Pedale angeschraubt sind, quer zum Rahmen hin und her bewegt. Hier sollte nichts schlackern.
  • die Laufräder: Das Vorder- sowie das Hinterrad anheben und wieder quer zum Rahmen bewegen, um ein Spiel der Radnaben auszuschließen.
  • der Steuersatz: Das Fahrrad an der Lenkstange festhalten und mit dem Vorderrad gegen eine Wand drücken. Dort wo der Lenker bzw. die Gabel aus dem Rahmen kommt, darf nichts wackeln.

Was in jedem Fall gut beweglich sein muss …

  • die Laufräder: Sie sollten sich möglichst ohne Seitenschläge und geräuschlos drehen.
  • der Sattel: Dieser muss in der Höhe verstellbar sein.
  • die Bremsen: Die Bremshebel sollten leichtgängig betätigt werden können.
  • die Schaltung: Das Wechseln der Gänge muss leicht und ohne Knacken funktionieren.

Auch die Verschleißteile bestimmen den Wert

Der Zustand der Verschleißteile ist unbedingt zu prüfen. Sind diese nicht allzu abgenützt, bleiben die zukünftigen Investitionskosten gering. Daher sagen sie über den tatsächlichen Wert des Fahrrades viel aus. Hier ist zu achten auf …

  • die Reifen: Ist das Profil abgefahren und der Gummi vor allem an den Seiten rissig, sind die Reifen zu wechseln.
  • die Bremspacken: Fast alle Bremsschuhe weisen eine Markierung an der Oberseite auf, die Auskunft über den Verschleiß gibt.
  • die Brems- und Schaltzüge: Sie dürfen nicht rostig sein und an den Enden nicht „ausfransen“.
  • die Zahnräder: Zu prüfen sind vorne die Kettenblätter und je nach Schaltung hinten das Ritzel oder Zahnkranzpaket. Sind die Zacken sehr spitz oder gar abgebrochen und nicht mehr schön rund, ist das Material verschlissen.
  • die Kette: Wenn die Kette vorne am größten Kettenblatt liegt und neuwertig ist, darf sie in Fahrtrichtung nur soweit abgezogen werden, dass man die einzelnen Zähne nicht zur Gänze sieht.
  • die Bremsflanken: Diese befinden sich an den Seiten der Laufräder und sind noch gut erhalten, wenn keine Beulen und Risse erkennbar sind.

Zum Schluss sollte man sich bei einer ausgedehnten Probefahrt die Frage stellen: Fühle ich mich wohl auf diesem Fahrrad und macht das Fahren Spaß? Prinzipiell ist noch anzumerken, dass die gründliche Prüfung des Laien nie den geschulten Blick eines Fahrradmechanikers ersetzen kann.

Unsere Top 7 online Fahrradbörsen für Gebrauchträder:

1.) Bike Sale

2.) Pedalantrieb

3.) Deal my wheel

4.) Speiche 24

5.) Bikeboard

6.) Bikebörse 24

7.) E-bike.com

 

Image © Roni Armin [CC BY 2.0] via Flickr & © David Zotter

Entdecke die Welt von Bike Citizens > www.bikecitizens.net

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