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Generation Laufrad: Räder für die Kleinsten

Wie finden Sie den nächsten Trend auf einer Messe, die behauptet, so trendy zu sein, dass alles, was sie zeigt, die große Neuheit ist? Sie überlegen sich, was als Übernächstes kommen könnte.

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In Berlin geboren, lebt Nora Manthey heute in London und schreibt über das Radfahren und alles, was damit in Verbindung steht.
Image © Kiddimoto

Die Berliner Fahrradschau zeigt alles, was städtisches Radfahren heute ausmacht. Diese Messe kann zu Recht von sich behaupten, sich primär auf Entwicklungen statt auf Verkauf zu konzentrieren und dabei geholfen zu haben, Fahrräder und deren Zubehör für Stadtbewohner zu einer eigenen Bewegung zu machen.

Wer hier aber nach tatsächlichen Neuheiten sucht, wird schnell feststellen, dass zwar viele frische und vor allem modische Produkte ausgestellt werden, die meisten allerdings schon seit einiger Zeit bekannt sind, wie Stahlrahmen-Fixies oder Stadträder im Hollandstil – schön, aber wenig aufregend.

Was kommt also nach dem coolen Stadtradeln? Die Kids der Städter. Und da waren sie auch schon: verschiedenste Marken, um sich der Bedürfnisse der jüngsten fahrradfahrenden Bürger anzunehmen.
Beginnen wir bei den Laufrädern. Diese Geräte auf zwei Rädern, die von den kleinstmöglichen Füßen angetrieben werden, haben den Markt für Kinderfahrräder auf den Kopf gestellt. Und dies ganz leise, indem sie eine stille Revolution begannen, die Stützräder überflüssig machten. Der deutsche Spezialist für Kinderräder Puky liefert nun seine Fahrräder nicht mehr mit Stützrädern, sondern stattdessen mit einem Ständer.

Die Laufräder oder Balance-Bikes machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie den Kids von heute ermöglichen, in einem Alter von 18 Monaten bis 3 Jahren zu lernen, wie sie während sie stehen oder besser gehen auf einem Fahrrad ihr Gleichgewicht halten können. Außerdem können die Kleinen auf diese Weise zuerst lernen, zu rollen ohne hinunterzufallen, bevor sie sich auf die schwierigere Aufgabe des Steuerns konzentrieren. Erst danach lernen sie, in die Pedale zu treten. Wenn sie aber bei dieser Stufe angelangt sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt auf dem Weg zum richtigen Radfahren.

Bremse für das Laufrad

Image © Woom Balance Bike

Manche der Laufräder verfügen schon früh über Bremsen, wodurch ein weiteres Hindernis für das kontrollierte Fahren beseitigt und dieses früh erlernt wird. Der Wiener Fahrradhersteller Woom, der von sich behauptet, „die besseren Kinderfahrräder“ zu erzeugen, stattet zum Beispiel bereits seine Laufräder mit kleinen Bremsen aus. Spätere Modelle kommen ohne Rücktrittbremse aus.

Laufrad für Groß und Klein?

Image © Supurb

Ein weiteres Unternehmen, das Kindern zutraut, mit „richtigen“ Fahrrädern klarzukommen, ist der deutsche Hersteller Supurb. Der Gründer Sebastian Tegtmeier, selbst leidenschaftlicher Mountainbiker, suchte einfach nach einer Lösung, diese Liebe auch bei seinem Sohne zu entfachen. Bei seinem Sortiment an Kinderfahrrädern kommen MTB-Bestandteile und Expertenwissen zum Einsatz. Schon die Laufräder sind mit breiten Reifen für eine gute Federung ausgestattet.

Laufräder aus Holz

Image © BrumBrum wooden bikes

Federung ist bei kleinen Fahrrädern aufgrund des leichten Gewichts ihrer Fahrer eine knifflige Sache. Der lettische Hersteller BrumBrum fand dafür eine ziemlich schöne Lösung. Sein elegant geschwungener Rahmen, der ausschließlich aus Holz besteht, ist so stabil, dass auch ein Erwachsener darauf sitzen und (ein wenig) hin- und herpendeln kann, aber flexibel genug, um jede Unebenheit, über die ein Kind voller Aufregung fahren könnte, auszugleichen.

Räder für ganz Kleine

Image © Kiddimoto

Am Ende sind es aber immer noch die Eltern, die das Rad kaufen, und daher hat der britische Hersteller Kiddimoto eine breite Palette an Laufrädern entwickelt. Während sie sich in Form und Größe im Wesentlichen nicht unterscheiden, sind sie in farbenfrohen Piraten- und Prinzessinnendesigns und sogar in speziellen Ausführungen, die an Motorräder erinnern, erhältlich. Die Designs werden durch passende Helme und Handschuhe vervollständigt.

Wer möchte nicht sein Kind zum coolsten im Kindergarten machen?! Aber überstürzen Sie nichts, wenn Sie für Ihren Liebling des erste Fahrzeug auswählen, da es schließlich vor allem zum Kind passen muss. Während sich die Preise zwischen 74 und 299 Euro bewegen, ist es ratsam, dass Geschenk der individuellen Mobilität zu einem besonderen Anlass wie einem Geburtstag zu schenken, da es dadurch eine noch größere Bedeutung für die Kleinen bekommt.

 

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In Berlin geboren, lebt Nora Manthey heute in London und schreibt über das Radfahren und alles, was damit in Verbindung steht.

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