Das urbane Fahrradmagazin

Geführte Fahrradtouren in Prag sind der neue Trend

Prag ist eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Die traditionellen Arten, sich in der berühmten Hauptstadt Tschechiens fortzubewegen sind zu Fuß, mit der Straßenbahn oder dem Tourbus. Doch der Fahrradtourismus boomt und immer mehr Besucher erkunden die Stadt auf zwei Rädern.

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Timothy Spence ist ein in Wien lebender freischaffender Journalist, der sich auf die Themenbereiche Klima, Energie und Gesundheit spezialisiert hat. Seit über 20 Jahren führt er ein „Auto-freies“ Leben und ermutigt auch anderen den Wechsel zum Radfahren in der Stadt zu wagen.
Foto: Andreas Stückl

Geführte Fahrradtouren und das Ausleihen von Fahrrädern – inklusive Elektroräder, um das Bergauf fahren einfacher zu machen – werden immer beliebter. „Momentan ist nicht so viel los, aber wenn es vom Wetter her warm ist, wird das Geschäft von Jahr zu Jahr besser“, sagt ein Guide, der eine Gruppe junger Touristen an einem Märztag mit Nieselregen durch die Altstadt führt. Unternehmen wie City Bike Prague bieten mehrere Touren täglich durch den historischen Stadtkern und die Prager Burg für 20 Euro mit der Option auf eine eigenständige Fahrrad-Bahn-Tour zu Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadt. Die meisten Touren sind auf Englisch. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen Ebike bietet für zirka 37 Euro sowohl Elektrorad-Touren als auch Segway-Touren für die historischen Sehenswürdigkeiten an. Praha Bike bietet geführte Fahrradtouren für ähnliche Preise an und Biergarten-Touren für zirka 30 Euro.

Besucher und Einheimische verweilen besonders gerne beim Lokal Bajkazyl, das von sich selbst behauptet „der erste Treffpunkt für urbane Radfahrer in Prag“ zu sein. Hier können Kunden am Moldauufer ein Bier trinken während ihr Fahrrad gewartet wird. Jiří Štrupl, der bei der Fahrradreparatur beim Bajkazyl aushilft, sagt, dass Radtourismus nicht mehr nur etwas für jene ist, die auf Tschechiens beliebten und berühmten EuroVelo-Wegen und den ländlichen Wegen im Grünen unterwegs sind, sondern auch die Zahlen des innerstädtischen Radtourismus ansteigen. Štrupl arbeitet bei Cargo Bikes, einem Lieferunternehmen mit Lastenrädern. „Wir transportieren mit Fahrrädern, weil es in der Stadt schneller ist und weil es immer schwieriger wird, einen Lieferwagen auf der Straße zu parken“, sagt er und fügt hinzu, dass der Betrieb seine zweirädrigen Transportmittel auch mietet.

Die Tschechische Republik gilt als einer der Touristen-Hotspots der Europäischen Union mit Prag als Hauptreiseziel. Im Jahr 2014 haben laut Czech Statistics Office ungefähr 8,1 Millionen Personen, die hier nicht wohnhaft sind, zumindest eine Nacht im Land verbracht, der größte Anteil daran Deutsche (20 Prozent). Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele Besucher sich Fahrrädern ausgeliehen haben. Nach den jüngsten TripAdvisor-Berichten zu schließen bekommen die Radtouranbieter der Stadt jedoch Bestnoten. „Großartige Tour mit einem netten Einheimischen“, schrieb ein amerikanischer Tourist, während ein anderer „eine spannende Tour durch die Altstadt“ genoss. Ein anderer schreibt, dass die Guides hilfsbereit waren, indem er meint „es war fast, als würden einen alte Freunde durch ihre Heimatstadt führen“.

 

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Timothy Spence ist ein in Wien lebender freischaffender Journalist, der sich auf die Themenbereiche Klima, Energie und Gesundheit spezialisiert hat. Seit über 20 Jahren führt er ein „Auto-freies“ Leben und ermutigt auch anderen den Wechsel zum Radfahren in der Stadt zu wagen.

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