Das urbane Fahrradmagazin

Woran denkst du beim Radfahren?

Es geht wohl den meisten von uns so: man setzt sich aufs Rad, beginnt zu treten und die Gedanken nehmen ebenfalls Schwung auf. Welche Gedanken beim Radfahren kommen dir in den Sinn? Eine simple Frage mit vielen Antwortmöglichkeiten. Antworten die so interessant und vielfältig sind wie jene Personen, die sich in urbanen Räumen in ganz Europa für das Rad als Verkehrsmittel entschieden haben.

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Doris ist Übersetzerin und Dolmetscherin, die mit Begeisterung über ihre Lieblingsthemen schreibt, zu denen zweifellos das Radfahren, sowohl im urbanen Raum als auch abseits der asphaltierten Wege, zählt. Sie lebt und arbeitet als Selbstständige in Graz und beschäftigt sich mit Sprachen, Texten und der Kommunikation zwischen Kulturen.
Foto © Bike Citizens

Gedanken beim Radfahren aus aller Welt

Kerstin, 26, München

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, bin ich hauptsächlich damit beschäftigt auf die anderen Verkerhsteilnehmer zu achten. Wenn ich mit dem Rad am Starnberger See unterwegs bin, dann denke ich nur ans Vogelgezwitscher.

Carlos, 42, Barcelona

Gedanken beim Radfahren

Foto © Bike Citizens

Gerade jetzt wo es in Barcelona schon wieder wärmer wird, freue ich mich einfach sehr die stickige U-Bahn meiden zu können oder mir den Bus nicht mit verschwitzten Fahrgästen teilen zu müssen.

Ami, 28, Graz

Daran, wie schön mein Fahrrad doch ist.

Markus, 26, Salzburg

An spanische Verben und wie man sie konjugiert, wenn ich gerade am Weg zum Spanischkurs bin. Sonst eigentlich nur an die Umgebung, die Gebäude, den Fluss und ob mir das gefällt was ich gerade sehe.

Gedanken beim Radfahren

Foto © Bike Citizens

Marion, 27, Graz

Daran, welcher der schönste Weg ans Ziel ist. Aber auch an ganz pragmatische Dinge wie Einbahnstraßen zu vermeiden, nicht in die Straßenbahnschienen zu geraten oder wo ich mein Rad ankette, damit es nicht geklaut wird. Und daran wie schön grün es im Park ist.

Jacob, 37, Kopenhagen

Wie ich meinen Sohn und meine Tochter mit dem Lastenrad am gemütlichsten ans Ziel bringe.

Ilene, 22, Barcelona

Hauptsächlich an die Arbeit und daran was ich erledigen muss, sobald ich dort ankomme. Und wenn das Wetter schön ist, dann denke ich daran, was für ein schöner Tag es ist, ganz einfach. Hier in Barcelona nutze ich Bicing, das öffentliche Stadtradsystem.

Meli, 29, Innsbruck

Gedanken schwirren mir nur wenige durch den Kopf. Aber ich singe. Also in der Stadt, wo andere Leute mich für verrückt halten könnten nur in meinem Kopf. Wenn ich mit dem Mountainbike unterwegs bin, auch gerne mal laut. Außerdem mache ich mir mentale To-Do-Listen.

Gedanken beim Radfahren

Foto © Bike Citizens

Simon, 32, Graz

An mein liebstes Hobby, das Segelfliegen. Aber ich will mich nicht zu sehr ablenken lassen und auch auf den Straßenverkehr achten.

Ida, 29, Stockholm

Dass ich nicht ständig meinen Regenschutz vergessen darf.

Donata, 34, Graz

Morgens an die Termine und Projekte, die anstehen. Ich nutze die 40-minütige Fahrt zur Arbeit, um mich zu sammeln. Danach bin ich immer top motiviert. Am Heimweg höre ich dann meine Lieblingsmusik und lasse den Arbeitstag Revue passieren. Sobald ich dann mein Rad vor der Haustür abstelle, will ich wirklich zu Hause sein und den beruflichen Alltag hinter mir lassen.

Sabrina, 25, Hamburg

Dass ich mir einen Helm kaufen will, aber die alle Kacke aussehen. Und daran, dass unsere Radwege eigentlich sehr gut ausgebaut sind.

Gedanken beim Radfahren

Foto © Bike Citizens

Oliver, 32, Wien

Mich beschäftigt eigentlich ununterbrochen das Thema Sicherheit auf den Radwegen. Die meisten Menschen schauen überhaupt nicht, wenn sie einen Radweg betreten. Ich denke aber auch daran, wie viel ich aufgrund der Tatsache, dass ich mit dem Rad unterwegs bin, gerade gesehen hab. Man kommt an wundervolle Orte und lernt neue Gassen kennen, die man mit den Öffis nicht entdeckt.

Sieglinde, 67, Salzburg

Als „Schönwetter-Radlerin“ nur an unsere schöne Natur und die herrliche Gegend in der ich lebe. Grüne Wiesen und die schneebedeckten Berge rundherum sind für mich wie ein Jungbrunnen. Ich lasse überhaupt keine negativen Gedanken zu, freue mich nur übers Wetter und die Umgebung.

Sebastián, Madrid

Ich denke eigentlich meistens daran, dass ich die motorisierten Fahrzeuge behindere, oft halten die Autos zu wenig Seitenabstand. Madrid hat leider nicht so viele Radwege und wenn es welche gibt, dann werden sie meistens von den Fußgängern benutzt und man muss Schlangenlinie fahren, um an ihnen vorbeizukommen. Ich hoffe, die Situation wird sich in Zukunft bessern.

Gedanken beim Radfahren

Foto © Bike Citizens

Evelyn, 25, Graz

Daran wie genial es ist so viel flexibler, schneller und anarchistischer unterwegs zu sein, als mit dem Auto.

Und wer während dem Radfahren kaum an andere Dinge denkt, der sollte zumindest so denken wie Susanne, 23, aus Salzburg, deren Antwort auf die Frage lautete: Daran, wo ich hin muss.

Foto © Bike Citizens (Damit die Befragten anonym bleiben, wurden die Bilder willkürlich ausgewählt.)

Entdecke die Welt von Bike Citizens > www.bikecitizens.net

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Doris ist Übersetzerin und Dolmetscherin, die mit Begeisterung über ihre Lieblingsthemen schreibt, zu denen zweifellos das Radfahren, sowohl im urbanen Raum als auch abseits der asphaltierten Wege, zählt. Sie lebt und arbeitet als Selbstständige in Graz und beschäftigt sich mit Sprachen, Texten und der Kommunikation zwischen Kulturen.

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