Das urbane Fahrradmagazin

Fahrrad-Innovation oder Sackgasse?

Für Innovationen rund ums Radfahren sind wir sehr aufgeschlossen. Diesmal wollen wir uns aber mit kuriosen Neuentwicklungen beschäftigen, die wir für Irrwege der Fahrradevolution halten.

Dass viel passiert im Bereich des Radfahrens und der nachhaltigen Mobilität in Städten, sieht man unter anderem an den vielen innovativen Produkten, die versuchen, Fahrradmobilität immer einfacher oder auch vielfältiger zu machen. Darunter fallen etwa Freakbikes und Modding, wo Punk-Kreativität auf Spaß an der Freude trifft, aber auch echte Innovationen mit dem Potenzial, das Radfahren noch interessanter zu machen.

Manche Entwickler wollen jedoch – offenbar wortwörtlich – das Rad neu erfinden. Einige dieser kuriosen Produkte seien hier vorgestellt. Wer sich von unserer Kritik nicht abschrecken lässt und eines davon ausprobiert, möge sich bitte mit einem Erfahrungsbericht bei uns melden – wir können uns ja auch mal irren.

Raht Racer – mehr Auto als Fahrrad

Beim „raht racer“ handelt es sich – trotz der Werbekampagne, die eine Nähe zum Fahrrad herstellen möchte – um ein Elektroauto mit Pedalen. Dank seiner aerodynamischen Form erreicht der „raht-racer“ eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Trotz seiner Größe hat hier nur eine Person Platz und größere Lasten können damit auch nicht transportiert werden. Wo genau hier die Fahrrad-Innovation für alternativen Verkehr ist, bleibt fraglich. Der „raht racer“ ist weder Elektroauto noch Fahrrad.

Yike Bike – unsexy Beast

Yikes“, der Name passt zumindest: Wie es scheint, versucht das „Yike Bike“ Räder so unsexy wie möglich zu machen. Zudem ist das Ding gar kein Fahrrad mehr. Obwohl es als Rad-Innovation verkauft wird, handelt es sich dabei einfach um einen Roller, auf dem man sitzt.

Fliz Bike – Draisine trifft Babytrage

Das „Fliz Bike“ kommt ganz ohne Pedale und Sattel aus. Der Fahrer wird hier einfach ins Bike gehängt. Diese „Erweiterung der Mobilität im urbanen Raum” kombiniert das Laufrad für Kleinkinder mit der Babytrage. Das ganze sieht aus wie eine Draisine Anfang des 19. Jahrhunderts, nur dass man unter dem Rad hängt. Es fragt sich, wo hier die Fahrrad-Innovation bleibt, abgesehen vom Gottesanbeterin-ähnlichen Aussehen.

Flying Rider – im Klettergurt unters Fahrrad

Ein ähnliches Konzept wie das „Fliz“ verfolgt auch der „Flying Rider“. Woher kommt diese Obsession des liegenden Radfahrens? „Flying Rider“ wird zudem als Sportgerät verkauft. Kann es sein, dass die liegende Kraftübertragung nicht besonders wirkungsvoll ist? Ein Schelm wer denkt, dass hier einfach nur versucht wird alte Ideen zu kapitalisieren. Wer möchte schon zum Radfahren einen Klettergurt anziehen?

BMW i Pedelec – Das perfekte Rad für dein Auto

Zugegeben handelt es sich hier um ein normales e-Bike, das sich gut falten lässt. Dass BMW aber ein Faltrad damit bewirbt, wie gut es in das eigens dafür konzipierte Auto passt, verschafft ihm hier einen Ehrenplatz. Natürlich kommt auch das „i Pedelec“ nicht ohne Elektroantrieb aus. Und sei es auch nur um das zu zerstören, was die simple Schönheit des Radfahrens ausmacht: Aus eigener Kraft und mittels eines (relativ) simplen mechanischen Prinzips Geschwindigkeiten und Strecken zu bewältigen, für die es sonst einen Motor braucht.

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