Das urbane Fahrradmagazin

Zum ersten Mal auf Radreise? Radreiseprofis verraten, was du unbedingt wissen musst

Deine erste Radreise steht diesen Sommer an? Jetzt ist der perfekte Moment die Tour zu planen und alles zu besorgen. Erfahre jetzt die ultimativen Tipps von Radreisenden - ganz pur versteht sich: Ohne Transfer mit Bahn und Flugzeug.

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Dass es Menschen geben soll, die mehr als ein Fahrrad besitzen, konnte die sportliche Grazerin bis vor fünf Jahren gar nicht verstehen. Heute kann die Marketingberaterin nicht mehr ohne Stadtflitzer, Rennrad und Mountainbike sein. Auch für Klatsch & Tratsch mit Freundinnen sitzt es sich mittlerweile besser am Sattel, als auf der Couch.
Damit deine allererste Radreise auch der allerschönste Trip wird, holst du dir am besten Tipps und Wissen von Radreiseprofis wie Fabio und Elias. Foto © Graz-Tokyo

Der Sommer steht vor der Tür: Du planst deine allererste mehrtägige Radtour? Oder deine erste lange Radreise steht bevor?

Damit dein erstes Zweirad-Abenteuer auch dein Schönstes wird und du nicht die Fehler deiner „Vorfahren“ wiederholst, haben Bike Citizens für dich die ultimativen Tipps von den Radreiseprofis Fabio und Elias zusammengefasst. Denn als Radreise-Neulinge kannst du, musst aber nicht alle Fehler selbst machen. Du darfst gern gut vorbereitet und bestens (aus)gerüstet in dein eigenes Abenteuer aufbrechen.

Hier kommen die ultimativen Tipps und Must Haves – ganz pur: Ohne Auto-, Flug- und Zugtransfer – nur ab und an ein bisschen Schieben ist erlaubt.

 

Corona RadreiseCOVID-19 Update
Bitte informiere dich über Reisebestimmungen im jeweiligen (Bundes-)Land. Im Sommer 2020 ist es naheliegend das große Radabenteuer wohl vor der eigenen Haustür zu starten. Also: Ab aufs Rad! Entdecke deine Heimat neu! 

Kochen

Benzin statt Gas
Wer vor hat sich unterwegs selbst zu versorgen, der sollte an eine Kochmöglichkeit denken. Der Benzinkocher ist im Vergleich zu den Gaskartuschen nicht nur leichter sondern in vielen Ländern auch einfacher nachzufüllen.

Radreise

Elias und Fabio empfehlen Benzinkocher – aus eigener Erfahrung! Foto © Graz-Tokyo

Navigation

In der Stadt: Bike Citizens App
Super Ergänzung fürs Land: maps.me
Die App maps.me bietet ergänzend zur Bike Citizens App hilfreiches Offline-Kartenmaterial außerhalb des urbanen Raums. Maps.me zeigt auch interessante Aussichtspunkte und Schlafplätze an.

Zelt

Platzsparen: Ja, aber nie beim Zelt!
Wer länger unterwegs ist, sollte auf keinen Fall Abstriche beim Zelt machen. Wenn zwei Leute reisen, tut man sich einen Gefallen, ein Drei-Mann-Zelt zu haben. Probeliegen empfohlen! Schließlich ist zu bedenken, dass man nicht nur selbst im Zelt liegt sondern auch das Gepäck einen trockenen Schlafplatz braucht.

Radreise Zelt

Erholsamer Schlaf ist für Radreisende sehr wertvoll. Spare nicht beim Zelt! Foto © Graz-Tokyo

Masterplan

Planung ist gut
Raum für Spontanität auch
Je größer das Abenteuer, desto wichtiger die Planung, sagen Fabio und Elias. Doch eine minutiös durchgetimte Reise bringt mehr Stress als Spaß und Planänderungen gehören zu jedem Masterplan dazu.

Die Route und die damit verbundenen Erledigungen wie Beantragungen von Visa sollten im Vorfeld feststehen. Unterwegs gehört auch sich treiben lassen zum Plan. Ist es nicht schöner sich dort niederlassen, wo die Energie stimmt, anstatt sich von einem Zeitplan hetzen zu lassen? Wer es schafft die Spontanität in der Planung zu berücksichtigen, hat gewonnen.

Radreise

So schön kann ein Plan B aussehen, wenn man Augen und Herz nicht vor dem Zauber der Spontanität verschließt. Foto © Graz-Tokyo

Geld

Mit Kreditkarte und US Dollar um die Welt
Die Kreditkarte sollte auf jeden Fall mit auf die Reise. Hier unbedingt vorinformieren, welche Karte in den geplanten Ländern akzeptiert wird. Erfahrungsgemäß ist man mit der Visa Card gut beraten. Auch eine Notration an US Dollar schadet nicht. Die Scheine lassen sich fast überall auf der Welt wechseln oder sind in unterschiedlichsten Ländern  auch als Zahlungsmittel anerkannt.

Versorgung

Wasser marsch
In vielen europäischen Ländern ist die Trinkwasserqualität gut. Das Wasser kann bedenkenlos aus der Leitung getrunken werden. Wenn man exotischere Gefilde erkundet, sind ausreichend Wasserbehälter und auch ein Wasserfilter am Rad unerlässlich.

Man sollte auch  immer rechtzeitig für Wassernachschub sorgen und nie die Wegstrecken unterschätzen. Besser zu viel Wasser dabeihaben, als in Panik geraten, wenn es bis zum nächsten Wiederbefüllen knapp wird, wissen Fabio und Elias aus der Wüste. Ähnlich verhält es sich mit dem Essen.

Es ist gerade auch deswegen ratsam nicht zu viel Gepäck dabei zu haben, damit immer ausreichend Platz in den Taschen für die Grundversorgung ist.

Essen Radreise

Lokale Spezialitäten versüßen den Radreisealltag. Foto © Graz-Tokyo

Ziel

Den Kopf auf Etappen programmieren
Egal ob es sich um eine längere Radreise oder eine Mehrtages-Tour handelt: Es ist wichtig nicht nur das Ziel im Blick zu haben – sondern auch die Teiletappen. Die kleinen Erfolge möchten auch gefeiert werden. Wer das Hier und Jetzt genießt, verliert die Motivation nicht, selbst wenn man am absoluten Tiefpunkt ist. 

Radreise China

Auf der Suche nach dem besten Spot zum Übernachten durchqueren die beiden Abenteurer auch mal kleine Flüsse. Foto © Graz-Tokyo

Reisezauber

Vertrauen in sich selbst und in andere
Keine (Rad-)Reise läuft völlig reibungslos. Es werden Hindernisse auftauchen oder sich situationsbedingt Planänderungen ergeben. Eine positive Grundeinstellung hilft, um Unvorhergesehenes zu lösen. Dabei sollte man immer sich selbst vertrauen, aber auch auf die Hilfe von anderen zurückgreifen – dann entfaltet sich der Reisezauber ganz wie von selbst.

Trail Magic in Usbekistan. Foto © Graz-Tokyo

Packen

Weniger vom mehr
Der Platz für Gepäck am Rad ist begrenzt. Umso wichtiger, dass du dich für langlebige, wetterfeste, möglichst simple Taschen entscheidest und du beim Packen deiner Weggefährten überlegt vorgehst. Ist dir ein Kissen oder ein Buch wichtiger? Oder brauchst du beides nicht?

Radreisende berichten, dass unterwegs immer „unnütze“ Sachen aussortiert werden. Sparsam packen lautet die Devise. Nur einpacken, was auch wirklich unerlässlich und nirgendwo unterwegs erhältlich ist. Denk daran: Braucht dein Rad spezielles Werkzeug/Reifen/Zubehörteile? Dann unbedingt einpacken.

Wirf einen Blick in die Packliste von Fabio und Elias auf ihrer Fahrt von Graz nach Tokio und erfahren was die beiden ausgemistet und vermisst haben.

Transportiere dein sämtliches Gepäck auf dem Rad. Ein Rucksack wird spätestens nach ein paar Tagen ungemütlich – ein Trinkrucksack ist aber okay.

Tipps

Vorbereitungszeit – ohne verrückt werden
Alle freuen sich mit dir auf deine Reise. Alle haben Tipps. Aber: Zu viele Ratschläge verderben dir dein Abenteuer. Hole dir Beratung von Menschen ein, die bereits eine Radreise unternommen haben und wissen wovon sie sprechen. Im Zweifelsfall einfach deren Tipps befolgen, viel Motivation und eine kleine Portion Naivität in die Taschen stecken und ja: Losradeln!

Radreise Freude

Elias und Fabio haben auf ihrer Reise nicht mit dieser anhaltender Harmonie gerechnet. Sie waren davor sogar bei einer Paartherapie. Foto © Graz-Tokyo

Diese Liste stammt von Fabio und Elias. Die zwei Grazer haben im Jahr 2019 als absolute Radreise-Neulinge ihr Debut gefeiert. Von ihrer Heimatstadt Graz (Österreich) aus ging es mit ihren voll bepackten Rädern nach Tokyo. Das Urban Independence Magazin der Bike Citizens begleitete die beiden auf ihrer allerersten Reise um die halbe Welt.

Lies’ mehr über die beiden Abenteurer in der Serie des Urban Independence Magazin und erfahre spannende Details aus der


Alle Fotos in diesem Artikel stammen alle von
© Fabio und Elias / Graz-Tokyo.at

Melanie_Almer_01
Dass es Menschen geben soll, die mehr als ein Fahrrad besitzen, konnte die sportliche Grazerin bis vor fünf Jahren gar nicht verstehen. Heute kann die Marketingberaterin nicht mehr ohne Stadtflitzer, Rennrad und Mountainbike sein. Auch für Klatsch & Tratsch mit Freundinnen sitzt es sich mittlerweile besser am Sattel, als auf der Couch.

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