Das urbane Fahrradmagazin

Weil Räder schön sind

Gerd Holzschlag besitzt fünf außergewöhnliche Fahrräder und spricht im Interview unter anderem über das Verhältnis von Mobilitätsverhalten und Wirtschaftsentwicklung.

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Image © Andreas Stückl/Bike Citizens

Warum haben Sie sich ein Look 695 gekauft?
Als frankophilem Menschen gefällt mir die Historie des französischen Unternehmens Look: immer rennsportorientiert, große Fahrerpersönlichkeiten wie Bernard Hinault, Laurent Jalabert, Jens Voigt, Thor Hushovd und Bradley Wiggins, starkes Bekenntnis zum Produktionsstandort Europa und immer innovativ.
Ich empfinde das Look 695 als extrem lebendig fahrbar, steif und trotzdem komfortabel. Mir gefallen auch die aufwändigen Lackierarbeiten und die vielen innovativen Details, wie beispielsweise die aus einem Karbonstück gefertigte ZED-Kurbel und der integrierte, verstellbare Vorbau. Der Aufbau mit Campagnolo Superrecord, Campa Shamal Mille Laufräder und Deda Lenker ergibt ein schönes Rad mit radsporthistorischem Hintergrund.

Wie viele Räder haben Sie? Welche und warum?
Ich besitze derzeit folgende Räder: ein Look 695 und ein Look 585, ein Casati Monza, einen Specialized Stumpjumper und ein BH Bahnrahmen als Fixie. Warum? Weil ich Räder gerne fahre, gerne sehe – weil Räder schön sind!

Wann benutzen Sie welches Rad?
Das Look 695 für die schönen Tage, das Look 585 für schlechtere Tage und Bergetappen, das alte Stahlross Casati für die Leidenschaft, das BH in der Stadt und das Speci zum Mountainbiken.

Wie oft fahren Sie Rad und wie viele Kilometer im Jahr?
So oft es Familie und Beruf erlauben – im Jahr zwischen 4000 und 5000 km.

Was sind Ihre Lieblingsstrecken?
Am liebsten fahre ich von Villach nach Vrsic und über das Socatal wieder zurück nach Villach. Die Nockalmrunde und den Großglockner von Bruck/Fusch mach ich auch sehr gerne. Auf Mallorca bin ich gerne auf Coll de Soller und der Westküste unterwegs. Hier in der Steiermark sind meine Favoriten die Stübingtalrunde, die Oststeiermark mit dem Schöckl und Semriach – wir leben da ja in einem Radparadies.

Welche Erfindung könnte Ihrer Meinung nach das Radfahren noch verbessern?
Nichts. Man sollte es mechanisch lassen, die Reduktion auf das Wesentliche hat was.

Warten Sie Ihre Räder selbst?
Nein, ich vertraue da Fachmännern wie Hannes Fuchs von Rad Fuchs oder den Leuten vom Radsport Vychodil oder meinen Kärntner Freunden.

Warum ist Radfahren ein Genuss? Was genießen Sie am Radfahren?
Mit meinen Rädern erkunde ich landschaftliche Schönheiten in einem angemessenen Tempo, mit weit offenen Sinnen, entspannt und trotzdem konzentriert, gemeinsam mit Freunden, oft aber auch alleine.
Ich schätze auch die mental klärende Wirkung von langen Radrunden und die gesundheitlichen Effekte. Scheinbar große Probleme reduzieren sich beim Radfahren auf eine angemessene Größe.
Der Blick von erklommenen Passhöhen zurück macht immer wieder bewusst, wie weit man sich mit eigener Kraft bewegen kann.

Wenn ich kein Fahrrad hätte, dann …?
Hätte ich ein Problem.

In welcher Stadt würden Sie gerne einmal Fahrradfahren?
Paris, Bilbao, Madrid.

Wie könnte man mehr Entscheidungsträger in der Politik zum Radfahren bringen?
Ich bin überrascht, wie viele bereits am Rad sitzen. Einige davon sind wirklich ambitioniert mit großer Leidenschaft! Ich glaube auch, dass die neue urbane Radkultur junge Menschen anzieht und zum Fahrrad bringt.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrer beruflichen Tätigkeit als Leiter des Bereichs Wirtschaftsentwicklung und Bewusstseinsbildung bei der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Ihrer Leidenschaft für Fahrräder?
Ja, das beginnt bei der Förderung von Entwicklungen neuer Werkstoffe und deren Verarbeitung, bis hin zur Unterstützung von Unternehmen im Forschungs- und Entwicklungs-Bereich und Start-Ups. Es berührt aber auch meine Arbeit im Bereich des Mobilitätsclusters ACStyria.

Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung nach das Mobilitätsverhalten auf die Wirtschaftsentwicklung?
Mit dieser Frage öffnen Sie ein großes Fass! Ich denke, dass es da große Zusammenhänge gibt; natürlich insbesondere in urbanen Räumen. Städte, wie Kopenhagen aber auch London zeigen da einiges vor, wie das Fahrrad im städtischen Bereich zu nutzen ist und intelligente Lösungen aussehen können, die das Funktionieren von Städten und die Lebensqualität ihrer Einwohner verbessern. Es freut mich, auch in Graz eine stark steigende Fahrradnutzerschicht zu sehen – in allen Formen und Altersschichten. Die Rückkehr der Lastenräder im Citylogistikbereich gefällt mir besonders.

Foto © Bike Citizens

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