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Dashbike: eine Dashcam fürs Fahrrad, und die Hoffnung auf ein besseres Miteinander

Anzeige: Lelia von Dashbike will das Radfahren nachhaltig zugleich sicherer und attraktiver machen. Für sie ist Fahrradsicherheit ein großes Thema. Deswegen haben sie und ihr Team die Dashbike entwickelt, die Überholabstände misst und bei Unfällen Kameraaufnahmen und Messdaten speichert.

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Foto: Dashfactory GmbH

Ein Hinweis zur Transparenz (Werbung).
Der Artikel entstand durch eine übergreifende Kooperation mit der Dashfactory GmbH, in der auch die Dashfactory GmbH einen Artikel über uns veröffentlichte.

Dashbike ist eine neue Firma, die 2019 von Lelia König ins Leben gerufen wurde. In Folge von immer wiederkehrenden brenzligen Überholmanövern wusste sie, es war Zeit was an der Situation zu verändern. Sie wollte früher gesehen werden und mehr Platz, aber gleichzeitig auch für den Fall der Fälle wissen, dass sie Aufnahmen gesichert hatte. Nachdem sie und ihr Partner und Co-Founder Sandro keine geeignete Lösung auf dem Markt finden konnten, sind sie selbst aktiv geworden.

Wie auch schon bei den Protected Bike Lanes erwähnt, wollen viele Deutsche mehr Radfahren, tun dies aber nicht, weil sie sich im Verkehr zu stark gefährdet fühlen. Hier erzählt Lelia über ihre Hoffnungen, die Radinfrastruktur nachhaltig zu verbessern, mehr Leute aufs Fahrrad zu locken, ihre eigene Leidenschaft fürs Fahrradfahren und natürlich auch über Dashbike.

Foto: Dashfactory GmbH

Bike Citizens: Danke für die Zeit heute. Könntest du als Erstes etwas zu deiner Person erzählen und wie es dazu gekommen ist, dass du Dashbike gegründet hast?

Lelia: Ich bin Lelia, 26 Jahre alt, komme ursprünglich aus Baden-Württemberg. Als uns die Idee erst kam, war ich auch schon mit meinem Partner und jetzigen Geschäftspartner Sandro zusammen. Sandro kommt aus einer richtigen Radsportfamilie, bei mir war das überhaupt nicht so. Ich hab mein Leben lang Fußball gespielt, aber was das Fahrradfahren anging, kannte ich höchsten die Tour de France. Dass es Mountainbikesport gibt, wusste ich damals gar nicht.

Als wir etwas länger zusammen waren, dachte ich mir, „Ein bisschen Rad fahren kannst du auch“, und dann kann man ja was Schönes zusammen machen. Und es hat mir auch irgendwie richtig Spaß gemacht. Danach haben wir angefangen Rennen zu fahren, und ich habe das dann natürlich etwas ernster genommen. Wir sind auch viel Rennrad gefahren und hatten leider immer wieder solche gefährliche Situationen. Meistens war es, dass wir von hinten so dicht überholt wurden, dass es echt unschön war.

Foto: Dashfactory GmbH

Lelia: Damals war der erste Impuls „jetzt kaufen wir irgendwas“. Wir haben nicht gedacht, „jetzt entwickeln wir was“, sondern nur, „wir kaufen uns jetzt eine Kamera“. Da Sandro Jurastudent ist, hat er gesagt, dass das permanente Aufzeichnen nicht erlaubt ist.

Wir haben über Dashcams recherchiert, die bei Autos zugelassen sind. Die nehmen im Schadensfall auf, wenn was passiert, wenn’s zum Unfall kommt. Und wir haben gedacht, wenn das beim Auto geht, dann muss es auch beim Fahrrad gehen. Theoretisch könnte man eine Autodashcam nehmen, die nur anlassbezogen speichert, aber man hat keinen Anschluss am Fahrrad, und es müsste auch wasserdicht sein und sonstige Anforderungen erfüllen, die beim Auto nicht wichtig sind.

Foto: Dashfactory GmbH

Lelia: So sind wir damals gestartet. Wir haben uns Gründerveranstaltungen angehört, wobei ich damals sehr skeptisch war. Ich habe gedacht, dass können wir nicht, weil wir nicht den Background haben. Aber wir haben uns von Schritt zu Schritt entlang gehangelt. Wir haben einen Investor gefunden, was ich damals niemals geglaubt hätte, dass es jemanden gibt, der sagt, „Fahrradsicherheit ist so ein wichtiges Thema, da müssen wir was tun“.

Wir haben dann Stück für Stück unser Team in Leipzig aufgebaut. Mittlerweile sind wir 13 Mitarbeiter. Die letzten zwei Jahre sind auf jeden Fall schwer gewesen, aber auf der anderen Seite auch extrem spannend. Ich glaube ich habe noch nie so viel gelernt wie in den letzten zwei Jahren, und das auch so unglaublich breit gefächert, von Programmieren über Hardwarekenntnisse zu Entwicklungen auf der anderen Seite wie Verpackungsgesetz und Batteriegesetz.

Jetzt zu Dashbike, eurem Produkt: habt ihr da Prototypen? Habt ihr Erfahrungsberichte? Habt ihr die Dashbike schon selber ausprobiert?

Lelia: Ja, auf jeden Fall. Leider haben wir momentan noch wenige Prototypen, weil wir mussten am Hardwaredesign noch einiges ändern wegen der Chipknappheit. Wir hatten Bauteile, die waren leider ab Januar nicht mehr verfügbar, und dadurch mussten wir leider einen Redesign machen.

Wir testen aber auch jetzt immer noch fleißig und schauen, wo und wie wir Gefahrenpunkte am besten melden können. Wir arbeiten z.B. jetzt auch mit der Stadt Leipzig zusammen. Unser Hauptziel ist es ja natürlich auch die Radinfrastruktur für die Zukunft zu verbessern.

Es hilft mir kurzfristig, wenn ich weiß, wer hat mich hier gerade gefährlich überholt, wer hat mich gerade geschnitten, wenn was passiert ist. Aber das Hauptziel ist wirklich, so blöd es klingt, dass man irgendwann keine Dashbike mehr braucht, weil es so eine tolle Radinfrastruktur gibt, dass man es einfach nicht braucht. Momentan sind wir da aber leider noch um einiges entfernt.

Zu dieser Beseitigung der Gefahrenstellen: wie ich das verstehe hat das zu tun mit der freiwilligen Sensordatensammlung, die zusammen anonymisiert gemessen werden kann (hier ein Post dazu). Ist dafür die Dashapp vorgesehen?

Lelia: Jeder kann vor der ersten Nutzung entscheiden, ob er freiwillig seine Gefahrenpunkte mit seiner Stadt teilen möchte oder nicht. Das ist jedem selbst überlassen, und das kann man über die App auch einstellen. Man kann sich natürlich auch noch umentscheiden, wenn man merkt, dass man immer in derselben Stelle eine gefährliche Situation erlebt.

Prinzipiell ist es aber auch super, wenn Leute einfach mit einem Licht fahren. Auch wir fahren mittlerweile immer mit dem Dashbike mit dem Licht. Und wir merken es immer, zumindest subjektiv, dass Leute einen besser sehen und auch mehr Abstand halten.

Foto: Dashfactory GmbH

Habt ihr bei Dashbike schon eine weitere Zukunftsvision von anderen Produkten? Kannst du mir dazu etwas erzählen?

Lelia: Es kommt als Nächstes auf jeden Fall das Thema von der Konnektivität. Wir sind da momentan mit einem Mobilfunkanbieter im starken Austausch und in Tests, dass wir eventuell die nächsten Versionen – natürlich wieder freiwillig – mit voller Konnektivität herstellen, damit wir z.B. mit Autos und mit LKW in Zukunft kommunizieren können. Dann könnte das Dashbike sagen ‘Achtung LKW, beim Rechtsabbiegen, hier ist ein Radfahrer’, usw.

Das ist unsere Zukunftsvision an der wir gerade stark arbeiten. Das Thema Rechtsabbiegen ist ja immer wieder ein Problem. Und wenn man dann nach Kopenhagen schaut, die null Radverkehrstote hatten, und dann nach Deutschland, wo diese Zahlen explodieren, dann müssen wir da ja irgendwie in eine andere Richtung kommen.

Foto: Dashfactory GmbH

Um auf einer positiven Note noch zu enden: ich hab gesehen, du bist sportlich selber in alle verschiedenen Richtungen aktiv. Was bedeutet Fahrradfahren für dich? Was magst du daran am liebsten?

Lelia: Ich muss ganz ehrlich sagen, mir machen Wettkämpfe immer mega Spaß. Aber nicht aus dem Sinne von gewinnen, sondern weil da habe ich so viele tolle Leute kennengelernt mittlerweile, und ich finde immer das ist so was Cooles. Beispielsweise gerade bei Etappenrennen: man fängt an und fährt alleine, und dann trifft man eine Gruppe und fährt mit der Gruppe, und fährt dann zusammen ins Ziel und freut sich total, tauscht sich aus, trifft sich im nächsten Jahr beim nächsten Rennen. Und ich fand, das war irgendwas Einmaliges. Ich hab früher Fußball gespielt und da kannte ich das nicht. Da hat man gegeneinander Fußball gespielt und dann hat man sich nachher nicht groß ausgetauscht oder angefreundet, so was war ganz selten.

Im Radsport ist das irgendwie ganz anders. Da kommt man hin und das ist so wie eine große Familie, jeder kennt auch irgendwie jeden. Das finde ich ist einfach super, super schön und deshalb sind für mich immer die Radrennen gar nicht so dieser Wettkampf an sich, sondern die Freunde sehen, Bekannte sehen, neue Leute treffen, und vor allem halt immer diese Gleichgesinnten. Und meistens sind die Radfahrer ja auch so von der Einstellung her immer relativ ähnlich, immer total entspannt, relaxed, immer freundlich. Deshalb bin ich einfach so gerne auch in Community unterwegs.

Foto: Dashfactory GmbH

Danke nochmal für deine Zeit. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dir zu reden, und ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!

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Links zum weiterlesen:
https://www.bikecitizens.net/de/radwege-sicher-protected-bike-lanes/
https://www.instagram.com/miss.lk.sunshine/
https://www.dashbike.de/
https://www.instagram.com/dashbike.germany/
https://www.kickstarter.com/projects/1128378174/dashbike-the-innovative-safety-essential-for-your-bike?ref=discovery

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