Das urbane Fahrradmagazin

Weshalb Studis auf’s Fahrrad stehen: billig, schnell und geil

Studienbeginn in einer unbekannten Stadt, null Ortskenntnis und keine Ahnung, wie du von A nach B kommst? Es gibt nur eine Lösung: Ein Rad muss her.

Für’s Studium in eine neue Stadt zu ziehen – das ist immer aufregend. Es gibt so viel zu sehen und zu tun. Ich will die Stadt entdecken, muss einkaufen und zur Uni. Aber leider kenne ich mich überhaupt nicht aus. Und wie soll ich überhaupt irgendwo hinkommen? Nun, die Antwort ist einfach.

Und sie lautet nicht „Semesterticket“. Das ist zwar an vielen Unis im Sozialbeitrag oder in der Semestergebühr enthalten und somit verpflichtend für alle Studierende. Trotzdem ergibt es Sinn, zusätzlich zum Ticket ein eigenes Fahrrad zu nutzen.

Gerade, wenn man nach dem Umzug noch etwas auf den Studienbeginn in der neuen Stadt warten muss. So wie ich, als ich nach Berlin kam. Von Juni bis Oktober lebte ich ohne Ticket in der Drei-Millionen-Stadt. Und in dieser Zeit sah ich eine einzige U-Bahn von innen. Ich hatte ja mein Rad.

Radfahren hat viele Vorteile

Klar, nicht jeder zieht mit dem eigenen Rad um. Aber ein Fahrrad ist einfach zu organisieren. Das Angebot an gebrauchten und neuen Rädern ist sowohl online als auch in den vielzähligen Bikeshops riesengroß. Und im Vergleich zu Auto oder Vespa ist die Anschaffung deutlich günstiger.

Mit dem eigenen Rad lassen sich kurze Strecken wie der Weg zum Supermarkt schnell und einfach zurücklegen. Die acht Minuten Fußweg zum Einkaufen sind mir manchmal schon zu lästig, weshalb ich häufig auf mein Rad zurückgreife. Aber auch längere Wege lassen sich gut bestreiten, manchmal gibt es gar keine Alternative zum Rad. An den schönsten Orten gibt es häufig weder Haltestellen noch Parkplätze, zum Beispiel an vielen Badeseen.

Umwege werden zur Entdeckungsreise

Rad für studierenden

Jeder Umweg und jede neue Strecke wird mit dem Rad zur Entdeckungsreise. Außerdem kann ich vom Rad einfach absteigen und verweilen. Foto: Tobias Finger

Außerdem bin ich einfach schneller unterwegs. Gerade zu Hauptverkehrszeiten erwische ich mich mit einem Grinsen auf dem Gesicht, wenn ich mal wieder am Auto-Stau vorbeiziehe. Laut dem Daten- und Softwaredienstleister Inrix liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit von PKWs in Berlin zu den Stoßzeiten bei lediglich 8,2 Kilometern pro Stunde. Ich hingegen bin laut Bike Citizens-App ziemlich konstant mit rund 20 Kilometern pro Stunde unterwegs. Also fast so schnell wie der Auto-Durchschnitt über ein ganzes Jahr und die ganze Stadt verteilt. Dort fließen aber auch Stadtautobahnen und verkehrsarme Zeiten wie die frühen Morgenstunden mit ein.

Im Vergleich zu Bus und Bahn gilt auf vielen Strecken das gleiche. Häufiges Umsteigen verlängert die Fahrtzeit, wo es keine „linearen“ Verbindungen gibt. Dazu kommt der Fußweg von und zur Haltestelle. Mit dem Fahrrad geht es dafür direkt von A nach B.

Natürlich geht es manchmal nicht ganz so direkt, wenn man neu in eine Stadt kommt. Ich habe mich auch viel verfahren, unnötige Umwege genommen. Doch dadurch erweiterte ich automatisch meine Ortskenntnis: Jeder Umweg wurde zur Entdeckungsreise.

Das beste Transportmittel für Studierende

Außerdem kann ich vom Rad einfach absteigen. Wenn am Rande meiner Route etwas zum Verweilen einlädt, muss ich nicht lange nach einem Parkplatz suchen oder auf eine nahe Haltestelle hoffen.

Abgesehen davon ist Radfahren zur Kultur geworden, gerade unter Studierenden. Wegen genau der Vorteile, die ein Fahrrad eben mit sich bringt. Dadurch ist es für alle Menschen äußerst praktisch, die neu in eine Stadt ziehen. Für Studierende kommen dazu noch der Kostenfaktor, das soziale Umfeld und der Lifestyle, für den das Fahrrad auch Objekt sein kann.

Dafür bietet ein eigenes Rad maximale Flexibilität, beste Entspannungsmöglichkeiten und die schnellste Direktverbindung von A nach B. Und ist der Weg doch mal zu lang, gilt zumindest das Berliner Semesterticket auch für’s Fahrrad.