Das urbane Fahrradmagazin

Bewegungsmuster in Heatmaps: Innovativer Input für die Stadtplanung

Heatmaps ergeben eine neue Übersicht über unsere städtische Umgebung und sollen bei der Stadtplanung helfen. Die auf diesem Weg erstellten Heatmaps ergeben eine neue, vollständigere Karte unserer städtischen Umgebung.

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Geboren und aufgewachsen in der Steiermark, wohnhaft in Graz und als Konferenzdolmetsch-Studentin zwischen Sprachen, Texten und Worten zuhause. In Studium und Beruf bin ich sprachliche Bastlerin aus Leidenschaft. In meiner Freizeit bin ich liebend gerne auf Reisen und baue meinen sprachlichen Werkzeugkasten aus.

Bike Citizens startet mit Rad und Tat in Richtung eines lebenswerteren urbanen Raums. Mithilfe der vom Unternehmen entwickelten Fahrrad-App können anhand von Wegdaten wichtige Erkenntnisse über Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer gewonnen werden, die der Stadtplanung zu Gute kommen. Auf diesem Weg wird eine konstruktive Gestaltung des städtischen Lebensraumes ermöglicht, an der sich jeder Einzelne beteiligen kann.

Heatmap liefert Informationen für Stadtplanung

Die Stadt ist Lebensmittelpunkt für unzählige Menschen und ein Hotspot ständiger Bewegung. Die Wege, welche wir tagtäglich zurücklegen, stellen uns oft vor Hindernisse oder kosten viel Zeit. In unseren Alltagsrouten können jedoch auch bedeutende Informationen für stadtplanerische Verbesserungsmaßnahmen enthalten sein. Dabei spielen Wegdaten von Radfahrern eine große Rolle. Die aktuell gängige Methode, solche Daten zu erheben, erfolgt durch Fahrradzählanlagen. Allerdings ist dies mit hohen Anschaffungskosten und meist noch mit einer mühsamen, händischen Auswertung verbunden.

Bike Citizens startet nun mithilfe der selbst entwickelten Fahrrad-App in Richtung einer effizienteren Auswertung von Fahrrad-Daten. Ein Vorhaben, zu dem jeder einzelne Radfahrer seinen Beitrag leisten kann. App-User übermitteln ihre persönlichen Aufzeichnungen und stellen sie auf diese Weise kostenlos stadtplanerischen Zwecken zur Verfügung. In Heatmaps werden die anonymisierten, von den App-Usern „erlebten Daten“ dann ausgewertet und aus der Vogelperspektive abgebildet. Die Aufzeichnungen erfolgen für den Radfahrer ganz einfach, auch wenn das Handy sich während der Fahrt im Rucksack oder der Tasche befindet. Mit der Finn-Handyhalterung kann man das Handy jedoch auch bequem am Lenker fixieren.

Die auf diesem Weg erstellten Heatmaps ergeben eine neue, vollständigere Karte unserer städtischen Umgebung. Für dieses Gesamtbild sind Verhaltensmuster, welche dadurch sichtbar werden, von großer Wichtigkeit: „Hier staut sich’s jeden Morgen“, „Dort gehört eigentlich ein Radweg hin“ oder „Auf dieser Kreuzung fühle ich mich nicht ganz sicher!“ Erfahrungen wie diese können dazu beitragen, dass in der Stadtplanung vorteilhafte Entscheidungen getroffen und notwendige Verbesserungen (wie etwa Baumaßnahmen gegen Staubildung) durchgeführt werden. Jeder Radfahrer hat somit die Chance, dazu beizutragen, sein urbanes Zuhause nach seinen Wünschen zu verbessern – für ein größeres individuelles Wohlbefinden, mehr Sicherheit und einen schöneren Lebensraum für uns alle. Bei der Umsetzung dieses Zieles kann Bike Citizens auf Erkenntnisse aus zahlreichen Forschungsprojekten sowie der aktuellen Teilnahme an einer Ausschreibung der European Space Agency (ESA) zum Thema „Space Tech for Future Cities“ bauen.

Berlin, Bremen, Wien und Graz als Heatmap

Die Darstellung der Straßenlandschaft von mit dem Rad befahrenen Wegen in Berlin durch eine Heatmap.

Für die Städte Berlin, Bremen, Wien und Graz sind bereits Heatmaps vorhanden, jedoch ist die Menge an Daten noch ausbaufähig. Aus diesem Grund sind alle Radfahrer eingeladen, mitzumachen, ihre persönlichen Erlebnisse auf diese neue Weise zum Gesamtbild hinzuzufügen und ihren Lebensraum nach eigenen Ideen mitzugestalten. Da persönliche Fahrrad-Aufzeichnungen nicht nur wertvoll für die Stadtplanung, sondern immer auch der kostbare Besitz des jeweiligen Users sind, entscheidet auch einzig und allein der User, ob und wie seine Aufzeichnungen übermittelt werden. User können die Übermittlung auch gänzlich ablehnen. In jedem Fall wird das Material anonym und vertraulich behandelt und zusätzlich nachbearbeitet, indem 100m von den Start- und Endpunkten abgeschnitten werden.

Die Entscheidung, mitzumachen und seine persönlichen Aufzeichnungen zu teilen, ist somit eine Entscheidung, bei der alle Beteiligten gewinnen können – für eine aktive Mitgestaltung des eigenen Zuhauses, für Verbesserungen in der Stadtplanung, für einen lebenswerteren urbanen Raum!

Foto © Bike Citizens

Entdecke die Welt von Bike Citizens > www.bikecitizens.net

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Geboren und aufgewachsen in der Steiermark, wohnhaft in Graz und als Konferenzdolmetsch-Studentin zwischen Sprachen, Texten und Worten zuhause. In Studium und Beruf bin ich sprachliche Bastlerin aus Leidenschaft. In meiner Freizeit bin ich liebend gerne auf Reisen und baue meinen sprachlichen Werkzeugkasten aus.

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