Das urbane Fahrradmagazin

Das Alleycat – ein Radrennen mit Adrenalinkick

„Achtung. Fertig. Los!“ ruft ein Typ, der zwischen einem Haufen verrückter Fahrradnerds und deren Fahrrädern steht. Dann rennen alle los, springen auf ihr Rad und fahren los. Im Gepäck: Eine Liste mit Checkpoints in der ganzen Stadt...

Kerstin Oschabnig_square
2015 und 2016 leitete Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.
Foto © Drew Bates (CC BY-2.0) / Flickr

So startet normalerweise ein Alleycat – heute. Und erst nachdem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mindestens einmal daran erinnert wurden, die Verkehrsregeln zu beachten. Die historischen Anfänge der Alleycats sind eine andere Geschichte…

Back Alley Boys

Die Geschichte der Alley Cats geht zurück auf eine Gruppe junger Radfahrer, die „Back Alley Boys“ genannt wurden und in den 1980ern das nächtliche Radrennen in Toronto ins Leben riefen.

Die Back Alley Boys, später die „Alleycats“, waren normale Radfahrer, die bevorzugt nachts mit dem Fahrrad unterwegs waren. Zu der Zeit gab es in Toronto viele Auseinandersetzungen und Konflikte zwischen Radfahrenden und Autofahrenden. Bei einer Unterhaltung über Radfahren und Regeln entstand die Idee zu einem nächtlichen Radrennen quer durch die Stadt.

Kurz darauf wurde ein Plakat mit dem Schriftzug „The alleycats present … the Scramble“ entworfen. Irrtümlicherweise war somit der Name „Alleycat“ geboren und der Gruppenname wurde für jedes weitere nachfolgende illegale Radrennen verwendet.

Checkpoints und Bikes

Das Radrennen umfasst meist fünf bis sechs „Checkpoints“ und erstreckt sich über eine Länge von 20 bis 30 Kilometer, auf denen die Radfahrer ihre eigene Route wählen können. Die verwendeten Fixie-Räder verfügen weder über Bremse noch Gangschaltung, wodurch das Rennen in Bezug auf Kraft und Orientierung noch anspruchsvoller wird.

eute finden Alleycat-Rennen weltweit in Städten statt. Berühmte Alleycat-Metropolen sind San Francisco, New York, Mexiko-Stadt, Berlin, Amsterdam und London.

Adrenalin pur 

Veranstaltungen wie das Bicycle Film Festival haben viele unterschiedliche Aspekte der Alleycat-Kultur in den Fokus gerückt. Lucas Brunelle, ein bekannter Alleycat-Veteran und Videofilmer, war angeblich der Erste, der die Alleycat-Rennen aus der Ich-Perspektive filmte. Mit den Jahren wurde das Rennen immer beliebter. Seit 2006 wurden tausende YouTube-Videos hochgeladen. So sieht das zum Beispiel in New York aus:

 

Auch wenn das  Alleycat-Radrennen gefährlich aussieht , ist das ausgeschüttete Adrenalin während des Rennens atemberaubend.

Oder?

Kerstin Oschabnig_square
2015 und 2016 leitete Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.

Kommentar schreiben

Interessiert dich das Magazin?
Jetzt schmökern