Das urbane Fahrradmagazin

5 Jahre Bike Citizens: Von der Idee zum erfolgreichen Unternehmen

Am Anfang war die Idee: Die simple Idee zweier Fahrradkuriere eine App für Fahrrad-Navigation zu entwickeln. Geleitet von ihrer Faszination fürs Radfahren und ihrem Know-How, das sie als Fahrradkuriere gesammelt hatten, wagten sie sich in das Abenteuer „Unternehmensgründung“.

Kerstin Oschabnig_square
Seit 2015 leitet Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.

Fünf Jahre später ist das Team auf rund 25 Personen angewachsen und die Service-Palette von Bike Citizens reicht nun von der besagten Fahrrad-App bis hin zu einem Shop, einer selbst entwickelten Smartphone-Halterung, einem Analyse-Tool für Städte sowie einem Magazin für urbane Fahrradkultur.

Dorthin zurück, wo alles begann. ECMC Budapest, 2010.

Die Idee entstand während der European Cycle Messenger Championship in Budapest, wo Fahrradkuriere ihr Können in verschiedenen Disziplinen (Trackstand, Main Race, Goldsprint, etc.) unter Beweis stellen. Während einer Rundfahrt durch Budapest, kam einem der Gründer, Andreas Stückl, erstmals die Idee, ein Tool zu entwickeln, dass bei der Orientierung in der Stadt helfen sollte.

2011 – Unternehmensgründung

Zurück in Graz ging dann alles sehr rasch. 2011 wurde BikeCityGuide von Daniel Kofler und Andreas Stückl mit nur 1.500 Euro Startkapital im Science Park Graz gegründet, von dem sie bis heute wertvollen Input von Mentoren bekommen. Mit technischer Unterstützung von Mihai Ghete, Fahrradkurrier-Kollege und Designer Alessandro Holler wurde konzeptioniert, designt, programmiert und genetzwerkt bis der erste Prototyp der App fertig wurde. 2012 wurde diese gemeinsam mit der Stadt Graz präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt war die App bereits mit dem besonderen Routing ausgestattet, um Radfahrer zwischen Start- und Zielort entlang des fahrradfreundlichsten Weges zu navigieren. Features wie die Unterscheidung der Untergrundoption, der „absteigen und schieben“-Modus, das Tracking sowie die persönliche Heatmap wurden laufend erweitert.

Foto: Bike Citizens

2012 – Partnerstädte

Bereits im Frühjahr 2012 konnte Bike Citizens, damals noch BikeCityGuide, die Stadt Graz als erste Partnerstadt begrüßen. Neben den österreichischen Städten folgten bis zu dem heutigen Zeitpunkt weitere deutsche sowie britische Städte.

2013 – #ILoveFinn: die Smartphone-Halterung

Mit der Zeit wurde den Gründern bewusst, dass es noch keine praktische Lösung auf dem Markt gibt, um das Smartphone am Lenker zu fixieren. Anfang 2013 setze das Team alle Karten auf eine neue Idee: eine selbst-entwickelte Smartphone-Halterung. 25.000 Euro und vier Prototypenläufe wurden in die Entwicklung investiert. Die universelle Smartphone-Halterung Finn, „made in Austria“, ist seitdem der Liebling vieler Radfahrer, gewann unter anderem den Eurobike Award 2014 und wurde rund 350.000 Mal verkauft. Im Herbst 2015 wurde das Sortiment des Online-Shops durch Fahrrad-Accessoires ausgebaut, die vom Bike Citizens Team als besonders praktisch, schön oder gut befunden worden sind.

Finn Smartphone-Halterung

2014 – Bike Citizens expandiert in Europa und Australien

Angefangen mit nur fünf österreichischen Städten, ist die App heute in rund 350 Städten in Europa, Australien und den USA verfügbar. „OpenStreetMap“ als Kartengrundlage schaffte die Voraussetzungen für eine einfache Erweiterung der Städtekarten. Zu jeden Start in einer neuen Stadt arbeitet Bike Citizens mit lokalen Fahrradkurieren, Lobbies und Organisationen zusammen. So wird aufgrund von Feedback das Routing für die jeweilige Stadt verändert und optimiert. Bike Citizens eröffnete in diesem Jahr einen zweiten Standort in Berlin und bedient gleichzeitig mir Unterstützung von zwei Agents den britischen Markt. Eine ausgewogene Balance zwischen Freizeit und Produktivität ist dem rund 25-köpfigen Team sehr wichtig, daher haben sie im Sommer 2014 die Vier-Tage-Woche eingeführt. 2015 wurden sie für ihr erfolgreich umgesetztes Konzept mit dem XING New Work Award ausgezeichnet.

Bike Citizens Cities in Europe

Foto: Bike Citizens

2015 – BikeCityGuide goes Bike Citizens

Über einen längeren Zeitraum wurde immer öfters darüber nachgedacht, ob der Name „BikeCityGuide“ noch passend ist, für die Ziele, die das Unternehmen verfolgte. Denn schließlich war das Geschäftsfeld schon viel größer geworden, als sie es mit der anfänglichen App-Idee bezweckten. Die Gründer erkannten, dass sie in dieser Form an ihre Wachstumsgrenze gestoßen sind: „CityBikeGuide“ und „CityGuide“ wurden sie oft nicht nur im englischsprachigen Raum genannt. Diese und viele weitere Gründe veranlasste die Firma im April 2015 zu einem Neustart: Bike Citizens war geboren. Bis heute ist Bike Citizens frei von Fremdkapital und ermöglichte Privatpersonen stattdessen über Green Rocket Crowdinvesting sich am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen.

bikecityguide goes bike citizens

2016 – Führend in der Forschung und Konferenzen

Bike Citizens erlebte seitdem den gewünschten „Boom“. Seit der Umbenennung verzeichnete die App über 300.000 Downloads und auch die Anzahl der wöchentlichen aktiven User überstieg bereits im April 2016, die Werte des Rekordmonats der vorhergehenden Jahre. Ihr Erfolgskonzept sowie die Ergebnisse von verschiedenen Forschungsprojekten im Mobilitätsbereich teilen die zwei Gründer als Speaker auf internationalen Fachkongressen, wie die Velo-city oder der European Navigation Conference der Europäischen Weltraumorganisation. Mit letzterer wurde 2015 eine Machbarkeitsstudie im Rahmes des ARTES Integrated Applications Promotion Programms gestartet. Für die kommenden Jahre hat Bike Citizens viele neue spannende Features und Tools geplannt. Bleibt gespannt!

BC VeloCity 2015_03062015_006

Foto: Bike Citizens

 

Kerstin Oschabnig_square
Seit 2015 leitet Kerstin Oschabnig das Urban Independence Magazin. Für sie ist das Fahrrad weit mehr als ein Sportgerät oder Transportmittel – es ist ein bewusst gewählter Lebensstil. Sie liebt die verschiedenen Facetten der Fahrradkultur und schaut manchmal ein paar Sekunden zu lange auf das vorbeifahrende Fahrrad. Wenn sie nicht gerade hinter dem Schreibtisch sitzt, sieht man sie als Artistin auf der Bühne.

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