Das urbane Fahrradmagazin

4 Gründe warum Unternehmen auf Radverkehrsförderung setzen sollten

Heutzutage bedeutet Fahrradfahren meist nicht mehr, sich kein Auto leisten zu können, sondern ist eine ganz bewusste Entscheidung für ein nachhaltiges und gesundes Leben. Wir haben uns die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen sowie ökonomischen Vorteile des Fahrradfahrens für Unternehmen angeschaut.

TanjaHaiden_square
Sportskanone und Adrenalinjunkie und wie sie selbst sagt, bestens ausgestattet mit einem positiven Glückskind-Syndrom. Neben zahlreichen sportlichen Aktivitäten locken sie vor allem kreative Arbeiten. Im Job tobt sie sich deshalb mit Leidenschaft im Bereich Marketing und Kommunikation aus.
Foto: Tetyanka auf big stock

„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.“ Mit dieser Weisheit bringt Adam Opel (1837-1895) auf den Punkt, was immer mehr Firmen für sich und ihre Mitarbeiter entdeckt haben.

Betriebliche Radverkehrsförderung bringt konkrete Vorteile

Firmen können durch „betriebliche Radverkehrsförderung“ von Kosteneinsparungspotenzialen und ökonomischen Vorteilen in vier Bereichen profitieren:

  • Mobilitätskosten
  • Parkraumkosten
  • Personalausfall
  • Produktivität

Geringere Mobilitätskosten

Radfahrer entlasten die Kostenfaktoren rund um den Firmen-PKW und Geschäfts- und Dienstfahrten. Zwischen 40 und 60 Cent kostet jeder gefahrene Kilometer, wenn man von den sogenannten Vollkosten ausgeht. Darin enthalten sind der Wertverlust, die Betriebskosten, sonstige Fixkosten sowie die Kosten für Wartung und Reparatur. Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern kommt man schnell auf Gesamtkosten zwischen EUR 6.000 und 9.000 pro Jahr. Dabei lassen sich eine Vielzahl der Wegstrecken in der Stadt innerhalb von 5 oder 10 Minuten mit dem Fahrrad zurücklegen. Ersetzt ein Kleinunternehmen mit zwanzig Angestellten und acht Dienstautos nur 10% der Dienstfahrten durch das Fahrrad, so erspart sich der Betrieb zwischen EUR 12.000 und 18.000.

Wie viel Unternehmen durch die Förderung des Radfahrens bei den Mobilitätskosten einsparen können, zeigt das folgende Beispiel:

Ein Berufsförderungswerk in Essen mit 13 Standorten hat bisher 52 Firmen-PKWs im Einsatz. Durch den Ersatz von 2 PKWs durch Fahrräder spart sich dieser Betrieb einen Anschaffungsaufwand von etwa EUR 20.000 und Betriebskosten in der Höhe von ca. EUR 2.000 – 4.000 pro Jahr. Außerdem benötigt er in Zukunft auch weniger Parkplätze.

Parkraumkosten minimieren

Die Herstellungs- und Unterhaltungskosten für Fahrradabstellanlagen sind für Unternehmen deutlich geringer als für PKW-Parkplätze. Fahrradabstellanlagen haben einen geringeren Flächenbedarf und können oft sogar auf nicht genutzten Restflächen aufgestellt werden. Auf einem durchschnittlichen PKW-Stellplatz (ca. 12 m²) können ca. 6 – 7 Fahrräder abgestellt werden.

Weniger Personalausfall

Radfahrer haben bis zu 50% weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten. Laut einer Studie des niederländischen Verkehrsministeriums (2009) sind radfahrende Arbeitnehmer nachweislich seltener krank. Nur ein Krankheitstag pro Jahr weniger bringt in den Niederlanden z.B. ein Ersparnis von EUR 224 pro Mitarbeiter und Jahr.

Mehr Produktivität

Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, sind produktiver! Laut deutschem Verkehrssicherheitsrat klagen Pendler, die das Auto nutzen, häufiger über gesundheitliche Probleme, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwächen. Da Radfahrer körperlich und auch geistig in besserer Form sind als andere, erfreuen sich Unternehmen, deren Beschäftigte mit dem Fahrrad kommen, einer höheren Produktivität.

Fazit

Mit dem Dienstrad oder eigenen Fahrrad unterwegs zu sein spart Unternehmen bares Geld, verringert den Personalausfall, fördert die Mitarbeitergesundheit und steigert die Produktivität. Erfreulicherweise versuchen gerade deshalb, abgesehen von den wichtigen Umweltaspekten, immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter zum Fahrradfahren zu bewegen und auf Radverkehrsförderung zu setzen.
Weitere interessante Quellen:

Cycling for Business, Beispiel London
Bike and Business
Choose another way
60+ Benefits (Advantages) of Bicycling

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Sportskanone und Adrenalinjunkie und wie sie selbst sagt, bestens ausgestattet mit einem positiven Glückskind-Syndrom. Neben zahlreichen sportlichen Aktivitäten locken sie vor allem kreative Arbeiten. Im Job tobt sie sich deshalb mit Leidenschaft im Bereich Marketing und Kommunikation aus.

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